Offene Unterwanderung – Die Professonalisierung der Islamfeindschaft

Vor mehr als einem dutzend Jahren stieß ich – noch bei AOL – auf eine Dame, die unter verschiedenen Nicks in den damaligen Foren gegen Muslime, den Islam, aber auch immer wieder gegen „Zigeuner“ hetzte. Sie fand eine Art Anhängerschaft und gründete irgendwann ihr eigenes Forum unter der Parsimony-Software. Im Gegensatz zu einem ausgesprochen ekligen Forum achtete sie darauf, möglichst innerhalb des Legalen zu bleiben, so dass dieses Forum erhalten blieb, bis Parsimony seine Dienste einstellte.

Der Verbreitungsgrad war eher gering, wurde wohl eher größer, als dieselbe Dame für ProKöln in den Kölner Stadtrat einzog. Die Themen drehten sich um alles, was mit Ausländern, vor allem aber Muslimen, zu tun hatten, aber auch alles, was „links“ war und andere bekamen ihr Fett ab, nicht immer mit gesetzten Worten. Irgendwann tauchte im header dann auch ein link zu einer Neugründung auf – Politically Incorrect. Artikel wurden teilweise übernommen, bei PI auch mitkommentiert.

Es war nicht nur PI, das in diesen Jahren zu Beginn des Jahrtausends entstand, um gegen alles und alle, die mit Islam zu tun hatten, zu agieren. Und das nicht nur in Deutschland, gleichzeitig wurde rechts und islamfeindlich in etlichen Nachbarländern, aber auch in den USA, salonfähig und für gewissen Kreise anziehend. Das Internet ermöglichte weite Verbreitung und Vernetzung.

Im letzten Jahr in Norwegen sah man bei Breiviks Mordattacke die Spitze des Eisbergs.

Am Montag wiederum sahen Parlamentarier des Europäischen Parlaments, wie weit die vereinigten Islamhasser bereits nach oben vorgedrungen waren: Unter dem Namen „International Civil Liberties Alliance“ hatte sich alles, was in der islamfeindlichen Szene einen Namen hat (oder auch nicht) zu einer Konferenz im Parlamentsgebäude zusammengefunden und dort ihre Ziele und Parolen proklamiert. Lediglich die im Umgang mit der English Defense Legue schon vorsichtig gewordenen Briten machten inzwischen darauf aufmerksam.  Richard Howitt, MEP in der Sozialistischen Partei, fragte inzwischen beim Parlamentspräsidenten an, wieso eine solche Nutzung eines Veranstaltungsraumes des EP genehmigt worden war. Hat niemand hinter die Fassade der so „zivil“ benannten Vereinigung gesehen? Auf die Antwort des Parlamentspräsidenten, Schulz, darf man wohl gespannt sein. Mit verantwortlich dafür, dass diese Leute Zugang zum EP bekamen, sollen die Abgeordneten Magdi Allam und Philipp Claeys sein.

Dort wurde eine Erklärung unter viel Beifall verabschiedet, die man sich teilweise auf der Zunge zergehen lassen muss. Elegant formuliert ist sie ein Herzstück der Abgrenzung zu jedem, der nicht ihrer Auffassung von Menschen- und Bürgerrechten frönt. Vor allem richtet sich das „Dokument“ gegen die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“ – die eine symbolische Bedeutung hat – während die arabische Charta für Menschenrechte, sehr viel neueren Datums, die als Vertragswerk bereits von etlichen arabischen Staaten unterzeichnet wurde, völlig ignoriert wird.

Die „Anti-Sharia“-Ausrichtung der Konferenz und dieser Erklärung ist offensichtlich darauf ausgelegt, für breite Bevölkerungsschichten akzeptabel zu erscheinen.

PI berichtete zweimal, und auch wenn ich im Allgemeinen keine Links zu dieser Website setzen mag, in diesem Falle ist ihre angeberische Berichterstattung die ausführlichste, die ich finden konnte. Die Zusammensetzung der Redner und Teilnehmer gibt einen guten Einblick in das, was sich europaweit, aber auch mit Bezug zu den USA zusammenbraut.

In Anbetracht der letzten Fragezeichen, die die „Aufklärung“ innerhalb des deutschen Verfassungsschutzes in den Raum stellt, frage ich mich, wie weit diese Akteure bereits in Verwaltungen, Sicherheitsbehörden und Armeen europäischer und anderer Staaten vertreten sind.

Halal in Deutschland – muss ich mich jetzt bei PI bedanken?

Es ist ja in Deutschland nicht immer einfach für Muslime, einzukaufen oder auch außer Haus zu essen, weil nicht überall Essen angeboten wird, das halal ist. Im Gegensatz zu den USA , wo eine entsprechende Kennzeichnung seit Jahren standard ist, steckt dies in D erst in den Kinderschuhen – sehr lange wurde Muslime als Kunden schlicht ignoriert. Hinzu kommt, dass tatsächlich Protestet kommen, wenn ein deutsches Geschäft Ware anbietet, die als halal gekennzeichnet ist. Einige Hersteller erklären, ihre Produkte seien zwar nach den Prinzipien von halal hergestellt, aber um den Absatz nicht zu gefährden, würden sie nicht gekennzeichnet.

Nun hat ausgerechnet PI eine Serie von Artikeln aufgelegt, wo Leser melden sollen, wo derart gekenntzeichnete Produkte verkauft werden. Natürlich um eben die genannten Proteteste zu fordern. Aber man kann das natürlich auch als Einkaufsführer für Muslime nutzen.

Gut, ich persönlich bin bei etlichen der angebotenen Artikel eher vorsichtig – nicht überall, wo halal draufsteht, ist auch halal drin. Wenn das Produkt allerdings von Muslimen angeboten wird, würde ich es kaufen – laut Hadith soll ich ihm nicht misstrauen, ist es nicht halal, ist es die Sünde des Verkäufers.

 

Linktips 1

Auch hier, wie bei den News from Palestine, in Zukunft Linktips als eine Sammlung guter Fundstücke, über die ich nicht jeweils extra bloggen kann.

Heute:

In etlichen Bundesstaaten gibt es Gesetzesinitiativen, die verhindern sollen, dass im Wege des Internationalen Privatrechts auf der Sharia basierende ausländische Gesetze angewendet werden. Dieses Geschrei kennt man ja, in Deutschland gerne von PI etc.

Hier ein interessanter Artikel dazu – und wohin das führen könnte:

Anti-sharia laws stir concerns that halachah could be next

 

Und so sieht das auch aus:

Battle over circumcision

Ähnlich in Großbrittanien, wo seit langer Zeit Beit-Din Gerichte Recht sprechen aufgrund eines Gesetzes, das die Wahl des Gerichts zulässt. Kritisch wird das, wenn es nun auch für Muslime gelten soll:

Islamic sharia courts in Britain are now ‚legally binding‘

Dazu sollte man wissen, dass es zwar in Deutschland möglich ist, eine jüdische Scheidung zu bekommen, für Muslime gibt es aber nur sehr private Möglichkeiten. Daher sind viele zivilrechtlich geschiedene Muslime eigentlich noch verheiratet – das kann sehr unangenehm sein. Aber so ein Gericht offiziell in Deutschland? Das gäbe wohl Bomben.

Und Aufwind für islamfeindliche Parteien. Interessant, wer da in München alles bei der Gründung mitwirkt – einer ist ein beliebter PI-Autor. War auch kein Schmuckstück für die CSU. Ob es die aber gestört hat? Anscheinend erst jetzt, wo eine Konkurrenzpartei gegründet wird.

»Die Freiheit« nun auch in Bayern

Der deutsche Bundestag hat nun auch eine arabische Version seiner Website. Die Frage, warum aber keine türkische, konnte der Regierungssprecher nicht beantworten. Meine ketzerische Variante: Türken will man nicht. Die haben gefälligst deutsch zu lernen. Die arabische Version ist auch nicht für die eingewanderten Araber gedacht, sondern für erwünschte Investoren und Gäste.

Ein guter, nachdenklicher Artikel in der SZ über die Uiguren und darüber, dass viel über Dissidenten wie Ai Wei Wei und die Tibeter geschrieben wird, aber nur sehr wenig über die Uiguren (wer war das doch gleich?) Allerdings versichert man sofort, dass das nicht daran läge, dass die Uiguren Muslime sind. Es liege wohl an der Landschaft.

Vergessen von der Welt

Wird fortgesetzt….

Halal-Fastfood in Frankreich

Nun zähle ich mich ja eher zu den Menschen, die sehr gut auf Hamburger verzichten können. Insofern hat es mich nie gestört, dass die üblichen Fastfoodketten nicht halal sind und ich somit dort nicht esse. Aber es gibt doch eine ganze Menge wohl vor allem junger Menschen, die sich das wünschen.

In Frankreich nun hat eine Restaurantkette hier eine Marktlücke gesehen und nach einem Probelauf soll es 22 Halal-Burger-Läden geben, vor allem natürlich in Paris.

Um dem vorhersehbaren Protest entgegenzuwirken, meint man, auch noch eine nicht-halal-Variante anbieten zu müssen.

Ich bin ja mal gespannt, wie lange PI braucht, um einen Artikel dazu zu verfassen. Los gehts: 1, 2,….

Muslime sind keine Nazis

Schlimm genug, dass man so etwas extra betonen muss, aber manche rechte und rechtsextreme Publikationen lassen einem ja kaum eine Wahl. Vor allem wird zu gerne mit dem berüchtigten Hitler-Photo hausieren gegangen, das ihn mit Amin Al-Husseini zeigt, der dann noch fälschlicher Weise als Mufti bezeichnet wird, um den Eindruck zu erwecken, er sei damals so etwas wie ein Vertreter der Muslime gewesen und habe als solcher mit den Nazis paktiert.

Leider ist sich selbst der israelische Minister Liebermann nicht zu fein, dieses Photo zu benutzen, um Kritik an Siedlungsplänen für Ost-Jerusalem in die Nazi-Ecke zu rücken. Ausgerechnet Haaretz beschreibt das nun:

Foreign Minister Avigdor Lieberman has ordered diplomats to use an old photograph of a former Palestinian religious leader meeting Adolf Hitler to counter world criticism of a Jewish building plan for East Jerusalem.

Israeli officials said on Wednesday that Lieberman told Israeli ambassadors to circulate the 1941 shot in Berlin of the Nazi leader seated next to Haj Amin al-Husseini, the late mufti or top Muslim religious leader in Jerusalem.

One official said Lieberman, an ultranationalist, hoped the photo would „embarrass“ Western countries into ceasing to demand that Israel halt the project on land owned by the mufti’s family in a predominantly Arab neighbourhood in East Jerusalem.

Ehrlich gesagt, hätte ich das in einer anderen Publikation gelesen, hätte ich das hier nicht veröffentlicht – ich hätte es einfach nicht glauben wollen.

Ein anderer blogger hat dann dankenswerter Weise auch im Hintergrund gegraben:

Haj Amin al-Husseini was sentenced to ten years in prison by the British for inciting riots in 1920, he was given amnesty by the high commissioner of Palestine, one Herbert Samuel, who then appointed him as Mufti of Jerusalem, 1921. Samuel was also responsible for creating the Supreme Muslim Council, which al-Husseini was appointed to lead in the following year. Ironically Herbert Samuel was Jewish.

The Palestinians of the time had no say in his appointment as Mufti of Jerusalem. His appointment was opposed by the Muslim High Council, regarding him as a thug. The Palestinians had no say in his appointment to the Supreme Muslim Council. They had no say in his appointment to the Arab Higher Committee. He murdered Jews and Arabs who would not comply.

The Mufti opposed increased Jewish immigration to Palestine and was responsible for the 1929 / 1936 riots against Jewish settlement. The British declared the Arab Higher Committee illegal, al-Husseini lost his Presidency of the Supreme Muslim Council and even his membership on the Waqf committee and went into exile in Syria. He never returned to Palestine.

In 1941, when he met Hitler he was no longer the Mufti of Jerusalem and no longer an official representative of the Palestinian people. The volunteer Muslim forces he controlled were not Palestinian. They didn’t operate in Palestine. // In 1945, Yugoslavia sought to indict the Mufti (*?) as a war criminal for his role in recruiting 20,000 Muslim volunteers for the SS, who participated in the killing of Jews in Croatia and Hungary. He escaped from French detention in 1946, however, and continued his fight against the Jews from Cairo and later Beirut. He died in 1974// (* he was not actually the Mufti at that time) …. by the time he returned to the M East Hitler was dead, any support tied to Hitler’s promises, was non-existent. He was refused entry into Jerusalem by King Abdullah, King Tallal and King Hussein of Jordan. He died in exile in 1974.

Ich denke, das spricht für sich. Niemals war er Vertreter von Muslimen, auch nicht von Palästinensern. In der Diskussion uns diese Person vorzuhalten, ist eine Unehrlichkeit sondersgleichen. Was Liebermann angeht, fehlen mir echt die Worte.

Der blanke Hass

PI veröffentlicht gestern einen „Artikel“ über eine angebliche Warnung Netanjahus (ausgerechnet), Al Qaida könnte die Grabeskirche in Jerusalem zerstören wollen. Dass PI eine iranische Website zitiert, entbehrt ja nicht jeder Komik – weshalb das dann PK einen Artikel wert ist.

Im Kommentarbereich ist es jedoch alles andere als witzig. Dort wird nicht nur die Meldung als wahr unterstellt, sondern auch angenommen, dass das passieren könnte – und über Rachemaßnahmen spekuliert.

Statt vieler kopiere ich hier einen Kommentar – der nicht etwa auf irgendwie geartete Ablehnung stieß, sondern nur einer unter vielen war. Gestritten wurde allenfalls darüber, ob eine Zerstörung von Mekka und Medina das Ende des Islam bedeuten würde. Besonders hoben sich Kommentatoren hervor, die einen Angriff auf einen Zeitpunkt legen wollten, wo möglichst viele Muslime dort versammelt sein würden.

Und bislang stehen diese Kommentare dort alle noch – sprich: PI hat nichts dagegen, dass auf seinem blog in dieser Form gegen eine ganze Weltreligion zur Gewalt aufgerufen wird.

Ekelhaft.

1. #47 Schwabe (30. Jan 2009 16:40)

#9
Und aus diesem Grund sind die wichtigsten Götzentempel der Moslems weltweit restlos zu zerstören. (Mekka, Medina, Ghom, Maschad usw)Anstatt Billionen von Dollar und Euro sinnlos in die verheuchelde Wirtschaft zu stecken, ist es höchst ratsam, diese Summen in die Kriegswirtschaft zu investieren um damit einen umfassenden Krieg gegen den Islam zu führen. Gleichzeitig können in diesem Zuge die moslemisch gefürten Regierungen weltweit gestürzt werden.
Alles ein Abwasch – und dei freie Welt könnte für Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte in Frieden leben.
Natürlich distanziere ich mich verständlicherweise von dem o.g. Vorschlag.
Unsere westlichen Militärs sind ja noch nicht mal imstande, ein paar bewaffnete Gummiboote in muslimischen Gewässern zu versenken.

http://www.pi-news.net/2009/01/muslime-wollen-grabeskirche-zerstoeren/