Ein neuer Ansatz zur Lösung von Integrationsproblemen – Kanada, Calgary

Man stelle sich vor: zukünftigen Schülern wird eine muslimische Jugendgruppe in der Umgebung der Schule empfohlen, damit er bereits vor Schulbeginn an einer neuen Schule ein paar seiner neuen Schulkameraden kennt und nicht als Fremder auftaucht.

In Deutschland wäre das ein Skandal. In Calgary, Kanada, hat dieses Projekt des Muslim Councils in Zusammenarbeit mit einem palästinensisch-stämmigen Psychologen die Aufmerksamkeit des örtlichen Calgary Herald geweckt, der einen äußerst positiven Artikel über diese sinnvolle Idee bringt.

Nun wäre das in Anbetracht der deutschen Schulverhältnisse nicht 1:1 übertragbar. Aber man stelle sich vor, die muslimischen Organisationen in Deutschland, allen voran die Muslimische Jugend, würden bei ihrer Jugendarbeit unterstützt statt behindert und beargwöhnt. Sie alle setzen sich auch jetzt schon dafür ein, dass die Kinder und Jugendlichen ihren islamischen Pflichten zum Wissenserwerb nachkommen. Leider wird das so gut wie gar nicht gewürdigt. Gar noch in Schulen aufzutreten oder mit ihnen zusammenzuarbeiten ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit – dank der Verteufelung der Verbände und Moscheen in der Presse traut sich das keine Schule. Das müsste dringend geändert werden.

Weiterhin – wenn, wie leider in den letzten Tagen zu lesen ist (auch bei Leo), es eine Kindergartenpflicht geben soll, muss es möglich sein, muslimische Kindergärten einzurichten. Andernfalls sehe ich, dass schon den Kleinsten ihre Kultur aberzogen werden soll und das bei einigen – nicht bei Leo – mit Hintergrund dieser Forderung ist.

Für die Schulen wären genügend muslimische Lehrer wichtig – als Vorbilder und Ansprechpartner für die Schüler. Damit meine ich aber nicht irgendwelche Lehrer mit zufällig türkischem oder arabischem Namen, sondern Lehrer, die auch ihren Islam leben und so akzeptiert werden. Assimlierte Migranten sind eher kontraproduktiv, weil sie gerne auf die muslimischen Eltern herabsehen, was die Kinder spüren und womit der Respekt gegenüber den Eltern noch mehr untergraben wird, als durch deutsche Lehrer, die – seit Jahrzehnten – das Gleiche tun.

Aber sowas in Deutschland? Utopie, fürchte ich. Arme Kinder.