Was darf man über Scheich Muhammad Hussain Fadlallah sagen?

Er starb am letzten Montag, mit 75 Jahren, an einem Blutgerinsel im Gehirn. Er war das geistige Oberhaupt der Schiiten im Libanon, aber weit mehr als das. Ihn zu respektieren und das auch noch zu sagen, scheint nicht überall erlaubt.

Nicht nur, dass im „Freitag“ ein Blogger seinen Artikel editieren musste – er hatte Scheich Fadlallah „einen großen Geist und weisen Mann“ genannt.

CNN warf seine Nahost-Redakteurin Olivia Nasr raus – wegen ihrer Tweets zu diesem Todesfall:

„Sad to hear of the passing of Sayyed Mohammed Hussein Fadlallah… One of Hezbollah’s giants I respect a lot.“

„Regret tweet about Fadlallah death bc I didn’t explain specific respect for standing up for Muslim women.“

Das hat mit freier Meinungsäußerung eigentlich nichts mehr zu tun. Schon erstaunlich, wenn man dann sieht, wie respektvoll und informativ der Nachruf in der Haaretz ausfällt. Wer sich über den Scheich informieren will, um diese Debatte besser beurteilen zu können, sollte den Artikel unbedingt lesen.

Auch der britische Botschafter in Beirut schreibt freundlich über ihn – ob der auch gehen muss?

Fadlallah wird eine Lücke hinterlassen, das ist sicher.

 انّا للہ و انّا الیه راجعون

Inna lillahi wa inna ilayhi raji’un                                                                                                 

Update:

Der Artikel der britischen Botschafterin ist nicht mehr auf der von mir verlinkten Site zu finden. Wer ihn lesen möchte, muss hier gucken. 

Muzzlewatch kommentiert das Ganze.

Meinungsfreiheit scheint bei freundlichen Worten über Muslime doch ein sehr teures Gut.