Kruzifix-Stürmer

Vor kurzem erhitzte ein Urteil des EGMR die Gemüter nicht nur in Italien – von wo der Fall gekommen war. Das Gericht hatte entschieden, dass in den italienischen Schulen keine Kruzifixe mehr hängen dürften.

Ein ähnliches Urteil gab es auch schon für Deutschland.

Und nun heute ein erster Fall aus Österreich.

In etlichen Foren und blogs wettert dann der Volkszorn gegen die Muslime, die offensichtlich den Anblick des Kreuzes nicht ertragen können.

Äh – ehrlich? In allen drei Fällen waren die Kläger keine Muslime.

Die Grenze zwischen Gesetz und Verfolgung der Migranten…

sieht Anna Finocchiaro, Fraktionschefin der stärksten Oppositionspartei PD, überschritten.

Auch mir sieht das ganze aus, wie eine Illustration der derzeitigen italienischen Regierung, was man sich alles ausdenken kann:

u.a. vierjährige Haftstrafe für Illegale, medizinisches Personal wird gezwungen, Daten über behandelte Menschen weiterzugeben (etwas, was auch in D umstritten war, sich aber langsam bessert).

Anderes, was letztens diskutiert wurde, wird im verlinkten Artikel nicht erwähnt, gehört aber hinzu:

segregierte Klassen für ausländische Schüler, die Forderung, dass in den Moscheen auf italienisch zu predigen sei, 18 Monate Internierung für illegal eingereiste….

Hoffen wir, dass unser Innenminister das nicht als Anregung auffasst.

Gastro-Rassismus

Die Wahlergebnisse und etliche Politikersprüche in Italien lassen ja schon länger an vielem zweifeln – die neuste Idee aus einer netten kleinen Stadt in der Toskana lassen mich jedoch endgütlig nur noch den Kopf schütteln:

„Appetit auf Döner, Tandoori-Hühnchen oder Peking-Ente? Nicht in Lucca. Die Stadt in der Toskana hat die Eröffnung neuer ausländischer Restaurants in ihrer historischen Altstadt verboten und sich damit den Vorwurf des „Gastro-Rassismus“ eingehandelt.
Der vorige Woche von der konservativen Stadtverwaltung verhängte Bann zielt darauf, die einheimische Spezialitätenküche vor der Konkurrenz der zunehmend beliebten Ethno-Lokale zu schützen.“

Ich hätte ja die italienische Küche für konkurrenzfähig gehalten – werde das allerdings nun grad nicht testen, Protest muss sein.

Die Ansicht darüber, was „ausländisch“ ist, ist für Norditalien wohl auch mal wieder typisch:

„Ein französisches Lokal dürfte eröffnet werden, meinte Di Grazia. Bei sizilianischer Küche – zwar italienisch, aber oft von nahöstlichen Zutaten beeinflusst – war er sich nicht so sicher.“

Oh, bella Italia….