Linktips 4

Ein bitterer Artikel über getötete Irakische Kinder – mit Bild:

WikiLeaks: Iraqi children in U.S. raid shot in head, U.N. says

Die amerikanischen Angriffe auf Pakistan kosten zu viele Menschenleben und sind ein Akt des Terrors. Widerstand nun auch auf legalem Wege:

Hafiz Saeed files petition against drones strikes

Zum Weltflüchtlingstag interessante Zahlen – es sind ganz andere Länder, nicht Deutschland, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen.

Appell an die Innenminister

Und derzeit bleibt es dabei, das neue Ägypten ist mit finanzieller Beeinflussung vorsichtig – möge es so bleiben:

Egypt declines World Bank loan as incompatible with national interest

Der Bericht von CAIR über die steigende Islamophobie in den USA ist erschreckend und findet auch am Golf ein Echo.

Islamophobia on the rise in US, report says

Und diese Islamophobie wird gezielt finanziert:

REPORT: $42 Million From Seven Foundations Helped Fuel The Rise Of Islamophobia In America

 

Hochinteressante Auseinandersetzung der „Jüdischen Stimme“ mit der Haltung der LINKEN zum angeblichen Antisemitismus in ihren Reihen:

Die LINKE schafft sich selbst ab

Ende des Irakkrieges?

Auch wenn das zur Zeit behauptet wird, halte ich es für eine Propagandameldung, die vor allem dazu dienen soll, in den Köpfen vor allem der US-Bevölkerung diesen Kriegsschauplatz erst mal aus dem Blickfeld zu rücken. Platz für Neues.

Ein Resümee der amerikanischen Bemühungen, den Irakern „Freiheit und Demokratie“ zu bringen, kann nur äußerst negativ ausfallen. Bei aller Abneigung gegen Saddam Husseins diktatorische, mörderische Art – ich frage mich, wie viele Iraki heute wirklich finden, dass es ihnen besser gehe. Vielleicht ein großer Teil der Kurden, die ja besonders unter ihm zu leiden hatten und die sich heute ein Stück Eigentständigkeit erkämpft haben – allerdings auch um einen Preis, der mir sehr hoch scheint.

Noch höher aber, fürchte ich, wird der Preis sein, den die Kinder und zukünftige Generationen zu zahlen haben werden. Wie schon länger bekannt, verwendeten US-Truppen abgereicherte Uranmunition. Vor allem in Falludja. Eine Studie hat sich mit den Auswirkungen im Einzelnen befasst, die Junge Welt erläutert Teile in einem lesenswerten Artikel:

Busby, Hamdan und Ariabi stellten daraufhin Fragebogen (in arabisch) zusammen, die Anfang 2010 von speziellen Teams in insgesamt 711 Haushalten in Falludscha verteilt wurden. 4843 Personen antworteten. Die Auswertung ergab, daß sich seit Januar 2005 die Krebserkrankungen in Falludscha vervierfacht hatten. Die Rate liegt 38mal höher als in Ägypten, Jordanien und Kuwait. Erhöhtes Risiko für Leukämie liegt bei allen Altersgruppen vor, gefolgt von Krebs in den Lymphgefäßen, Brustkrebs bei Frauen und Gehirntumoren.

Die Todesrate beträgt bei Neugeborenen 80 von 1000 – in Ägypten sind es 19,8, in Jordanien 17 und in Kuwait 9,7 auf tausend Geburten. Anormal zeigte sich das Geburtenverhältnis von Jungen und Mädchen bis zu vier Jahren. Normalerweise ist das Verhältnis in dieser Altersgruppe 1050 Jungen zu 1000 Mädchen. In Falludscha ist das Verhältnis 860 Jungen zu 1000 Mädchen. Als Grund wird Streß durch genetische Störung angenommen, was gestützt wird von der hohen Anzahl von Mißbildungen. Männliche Embryos überleben weniger oft als weibliche Embryos, die mit Mißbildungen reagieren.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluß, daß die Einwohner von Falludscha mit einer vergleichweise höheren Rate an Krebs, Leukämie, Kindersterblichkeit und Mißbildungen konfrontiert sind, als es bei den Überlebenden von Hiroschima und Nagasaki in den Jahren nach den Atombombenabwürfen im August 1945 dokumentiert wurde.

Aber für die USA ist das anscheinend ein Erfolg.

Den Boten köpfen?

Die Wikileaks-Dokumente haben Furore gemacht – nicht, weil so viel Neues darin gestanden hätte, sondern weil es sie überhaupt nun öffentlich verfügbar gibt. Und beim nächsten Mal könnten ja weit unangenehmere Wahrheiten dabei sein…

Was tut man in den USA? Das FBI ermittelt, Wikileaks-Mitarbeiter werden auf Flughäfen angehalten, ausgefragt, durchsucht ( na ja, nicht wirklich etwas Neues auf amerikanischen Flughäfen) und gegen Wikileaks und seinen Gründer wird, wenn auch vorläufig nur mit Worten, scharf geschossen. Wie in zwei Artikeln von Marc A. Theissen, einem ehemaligen Sprecher der Bush-Administration. In einer Kolumne bei der Washington Post fordert er mehr oder weniger, Wikileaks mundtot zu machen, Druck auf Island und andere Staaten auszuüben, die Assange nicht verfolgen und ihn arbeiten lassen. In einem anderen Artikel bei „The American“ äußert er sich ähnlich und zeigt an einem Beispiel für Belgien, wie andere Länder auf Wunsch der USA ihre Gesetze anpassen.

In der WaPO besteht er darauf, dass Assange gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden müsse. Das gipfelt in diesem Schlusssatz:

WikiLeaks represents a clear and present danger to the national security of the United States. If left unmolested, Assange will become even bolder and inspire others to imitate his example. His group is at this moment preparing to release tens of thousands of documents that will put the lives of our troops and our allies at risk. Will President Obama stop WikiLeaks from doing so — or sit back and do nothing?

„Clear and present Danger“ – diese Phrase eröffnet einem amerikanischen Präsidenten eine breite Palette an Mitteln, die oft völkerrechtlich eher bedenklich sind – vorsichtig ausgedrückt. Man könnte den Absatz auch so lesen: Los, Herr Präsident, setzen Sie die Killerkommandos in Bewegung!

Ich wünsche Herrn Assange Freiheit und ein langes, erfolgreiches Leben.

Gierige Besatzungsmacht?

95 % von insgesamt 9,1 Mrd. Dollar, die von den USA aus irakischen Öleinnahmen angeblich für Wiederaufbaumaßnahmen kassiert wurden, sind ohne Beleg verschwunden.

Auch die Verwendung weiterer Gelder, die z.T. noch aus dem „Oil-for-food-Program“ aus Saddams Zeiten stammen, ist teilweise recht zweifelhaft.

Währenddessen beschweren sich die Iraki zu Recht über schlechte, nicht reparierte Infrastruktur – und nach außen wirkt das, als sei die neue Regierung unfähig. Zuständig für den Einsatz dieser Gelder aus dem ölreichen Irak ist aber das US-Verteidigungsministerium. Es wäre interessant, zu wissen, wo diese Mittel abgeblieben sind. Sollte es nur schlampige Buchhaltung sein, schlimm genug, bei solchen Summen. Solange dies jedoch unbelegt bleibt, ensteht der Eindruck, dass sich die USA hemmungslos an den irakischen Öleinnahmen bereichern.