Der Spiegel, Scheich Qaradawi und die Weihnachtsbäume

Im Dezember 2009 veröffentlichte der Spiegel einen Artikel über eine Rede Scheich Qaradawis, der große Empörung hervorrief. Hieß es doch, der Scheich habe Weihnachtsbäume und Kirchenglocken verbieten lassen wollen…etc.

Ich stellte damals fest, dass der Spiegel wohl einer falschen Übersetzung aufgesessen sei. Vom Spiegel jedoch kam nichts. Der dortige Artikel war allerdings bestens geeignet, weiter Hass gegen Muslime zu schüren.

Nun aber lese ich folgendes:

In eigener Sache

Richtigstellung zum Bericht „Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten“

 Am 23.12.2009 hat SPIEGEL ONLINE an dieser Stelle unter der Rubrik Politik/Ausland/Islam unter der Überschrift „Islamischer Gelehrter will Weihnachten verbieten“ verbreitet, Scheich Jussuf al-Kardawi habe geäußert, man müsse das Weihnachtsfest der Christen in den islamischen Ländern verbieten.

Weiter hat SPIEGEL ONLINE behauptet, er habe gefordert, „Kirchen dürfen keine Kreuze mehr tragen. Kirchenglocken dürfen auch nicht mehr läuten.“

Hierzu stellen wir richtig, dass Scheich Jussuf al-Kardawi weder die vorgenannte Äußerung getan noch die vorgenannte Forderung erhoben hat.

Na also, warum denn nicht gleich.

Dialog? oder besser doch nicht?

„Dialog-Veranstaltungen? Wenn ich es vermeiden kann, halte ich mich da raus, ich möchte meine Zeit sinnvoller nutzen.“ – Dieses Statement meines sehr geschätzten Lehrers schockierte mich seinerzeit. Hatte ich doch gerade erst meine aktive Mitarbeit an solchen Veranstaltungen begonnen und fand sie sehr sinnvoll, notwendig, bereichernd …

Als muslimische Frau, mit einiger Kenntnis auch des deutschen/christlichen Gegenübers, noch dazu ohne reisehindernden familiären Anhang, wurde ich bald gebeten, mal hier, mal da die muslimische Seite darzustellen. Angefangen bei Tagen der Offenen Moschee über Katholische Landfrauentreffen bis hin zu gut besetzten Runden auf höherer Ebene. Es war interessant, man lernte viele Leute kennen, konnte seine Meinung sagen. Was hatte mein Lehrer nur dagegen? Er hätte das oft sehr viel besser gekonnt, ich bedauerte, ihn nicht auf solchen Bühnen zu sehen.

Es dauerte ein paar Jahre, bis ich ihn zu verstehen begann. Mit der Zeit kamen mir diese Veranstaltungen vor wie ein Hamsterrad. Von den Einladenden – dem Publikum – den Diskussionspartnern kamen wieder und wieder die gleichen Fragen, Anwürfe, Forderungen. Egal, wie oft eine Antwort wiederholt wurde, es war nie genug. Es war auch egal, ob da Unmögliches oder Diskriminierendes verlangt wurde. Nur selten bemerkte jemand, welche Verhaltensmuster sich da einspielten.

So passierte es, als ich an einer Tagung über Erwachsenenbildung teilnahm, dass in dem Workshop, in dem es um die Vorbereitung von Seminaren über den Islam gehen sollte, mich plötzlich unversehens als einzige Muslima im Raum auf der Anklagebank fand: ob ich meine, dass der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar sei, ob ich nicht denke, dass das, was ich trage (es war ein Hosenanzug!) eine Art Uniform sei – kurz, die ganze Palette. Ich begann, möglichst geduldig die Fragen – immerhin höflich formulierte – zu beantworten. Das ging eine ganze Weile, mit immer penetranter werdenden Rückfragen, bis plötzlich der Diskussionsleiter aufwachte:

„Was machen wir hier eigentlich? Das ist doch völlig abseits vom Thema, und wie benehmen wir uns eigentlich Frau … gegenüber, die so nett war, hier teilzunehmen um uns bei der Themenfindung für die Seminare zu helfen?“ – Betretenes Schweigen. Die Teilnehmer waren alle wirklich nette Leute, hochgebildet, und stellten an sich selbst jetzt Verhaltensweisen fest, die sie anderswo sicher heftig kritisiert hätten. Der Workshop endete in bestem Einvernehmen mit hoffentlich brauchbaren Ergebnissen, abends entschuldigten sich einige bei mir noch separat.

Änderte aber nichts daran, dass es fast nichts für mich essbares gab. Nur am Rande. Das war aber sehr oft der Fall – daran dachten ganz viele Veranstalter nicht.

Dieser Vorfall war bezeichnend – und ausnahmsweise auch mal für die Agierenden ein Lernzuwachs. Zu oft stieß ich aber auf Beratungsresistenz im weiteren Sinne, auf Herablassung der einen oder anderen Art – und immer wieder: same procedure as last year.

Dabei war ich ja längst nicht die Einzige – viele Vertreter von Moscheen und Verbänden, meist die bestgebildeten, verbrachten Tage und Stunden mit diesen Bemühungen. Ein irrsinniger Aufwand an Personal, Zeit, oft auch Geld, das den muslimischen Vereinigungen dann bei der internen Arbeit meiner Ansicht nach bitter fehlte.

Was kam dabei heraus? Oft, dass Dinge, in bester Absicht gesagt, gegen uns verwendet wurden. Offenheit führte zu weiteren Verdächtigungen und Beschuldigungen, aber nicht zu weiterführendem Verstehen.

Vor allem: war das denn ein Dialog? Je länger ich mitmachte und zusah, desto mehr erschienen mir dies immer weitere Gelegenheiten, diese Muslime dazu zu bringen, sich, schlimmer noch, ihren Islam, zu rechtfertigen, zu ändern, zu entstellen. Nur die wenigsten hatten den Mut, ihren Kopf hoch zu tragen: hier stehe ich, ich kann/darf/will nicht anders, weil ich nur Allah fürchte.

Um nicht die Menschen in meinem Umfeld, die dies anders sahen und wohl noch sehen (müssen) zu blamieren, verabschiedete ich mich schweigend aus diesem Zirkus. Aber ich schweige nicht vollends. Ich schreibe – das, was ich denke. Ich lasse mich nicht mehr vorführen, verkaufen, …

Über dieses Thema habe ich schon länger nachgedacht. Dieser Artikel entstand jedoch, nachdem die taz einen Bericht von einer „Dialog“-Veranstaltung des Kirchentags brachte:

http://www.taz.de/1/leben/schwerpunkt-kirchentag/artikel/1/pflicht-zur-solidaritaet/

Religionsallergie?

Im letzten Jahr wurde das Urteil eines Berliner Gerichts heiß diskutiert, das sich mit dem Gebet eines muslimischen Jungen in der Schule befasste.

 Der Sachverhalt wurde dabei oft missverständlich dargestellt: nicht war der Junge, bzw. seine Eltern, darauf aus gewesen, einen Gebetsraum in der Schule zu fordern, sondern er hatte sein Mittagsgebet in einer Ecke oder einem Flur der Schule verrichtet. Das hatte die Schulleiterin untersagt. Daraufhin musste das Gericht sie belehren, dass die Religionsausübung auch nicht durch Schulvorschriften beschränkt werden darf – wenn sie nicht möchte, dass man den Schüler beim Beten sieht, muss sie ihm einen bestimmten Platz zuweisen.

 Mein Kompliment an das Gericht, das sich zu dieser unpopulären Entscheidung durchrang. Was mich jedoch in diesem Zusammenhang nachdenklich macht, ist die Allergie, die manche Zeitgenossen in Deutschland gegen die Sichtbarkeit von Religion entwickelt haben. Das geht bei Kopftüchern los (ich verorte auch diese Debatte mitnichten bei Fragen der Frauenrechte, sondern vielmehr bei der Religionsaversion), und wird virulent, wenn es sich um sichtbares Beten handelt.

 Auch auf dem Blog der Initiativgruppe gab es einen Artikel über das Beten in den dortigen Räumen – und ich war wirklich schockiert, dass es so schlimm für manche ist, jemanden beim Gebet im Kopierraum anzutreffen. Zu „erwischen“, wie dort formuliert.

 Kein Wunder, dass viele Muslime, auch wenn sie wissen, dass es nicht korrekt ist, das Beten auf zu Hause verschieben. Sie sollten Allah mehr fürchten als die Menschen, aber der ständige Terror, den man sich einhandelt, zermürbt.

 Was ist das? Die Angst, die Gläubigen könnten doch recht haben und es gibt Gott und die Verpflichtung, ihm zu dienen?

Weihnachtsbäume am falschen Ort – was haben wir nur dagegen?

Qaradawis Freitagspredigt hat in der nachrichtenarmen Zeit vor Weihnachten doch einiges an Echo, vor allem im Internet, verursacht. Der Zentralrat der Muslime hat inzwischen auch festgestellt, dass tatsächlich Qaradawi NICHT den Christen das Feiern von Weihnachten verbieten wollte – dies ist eine böse Entstellung seiner Rede. Gerade die Tatsache, dass es nicht stimmt, erklärt aber auch, warum in der arabischen Welt niemand etwas zu dem Thema sagte – es gab eher Kopfschütteln.

Leider hat es der Spiegel bis heute nicht für nötig befunden, diesen Fehler klarzustellen, so dass zu befürchten steht, dass der Artikel die nächsten Jahre ständig als Beweis für Qaradawis angebliche Einstellung wird herhalten müssen. Mein blog wird halt nicht so viel gelesen wie der Spiegel – haha – ich danke aber denjenigen, die den Artikel weiter verlinkt haben.

Nun ist aber Qaradawi nicht der einzige, der Weihnachtsbäume am falschen Ort ablehnt. Auch das israelische Oberrabbinat hat sich dagegen ausgesprochen:

Israelische Hotels, Restaurants und Clubs dürfen keine Weihnachtsbäume aufstellen, ihre Gäste nicht mit Weihnachtsmännern erheitern, keine rote Mützen austeilen oder „christliche Symbole“ in ihren öffentlichen Räumen aufstellen. Eine entsprechende „Empfehlung“ hat das Oberrabbinat ausgegeben…

Zusätzlich geht in letzter Zeit eine Rabbinergruppe namens „Lobby für jüdische Werte“ gegen Hotels und Restaurants vor, die gegen diese Regel verstoßen. „Wir planen, die Namen der Einrichtungen zu veröffentlichen, die christliche Symbole aus Anlass der christlichen Feste aufstellen und zu einem Boykott gegen sie aufzurufen“, zitiert die Zeitung Jedijot Achronot jene Lobby.

Auch die Stadtrabbiner von Jerusalem gehen gegen solche „christlichen Symbole“ vor und drohen den Restaurants und Hotels, die Koscher-Urkunden zu nehmen. Fromme Juden meiden Gaststätten ohne eine solche Urkunde, sodass ein Verstoß gegen den Willen der Rabbiner erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben kann, obgleich die Speisen genauso koscher vorbereitet werden.

Und ich finde es gut, dass es zunehmend wieder mehr Menschen und Institutionen gibt, die den kulturellen Mischmasch einschränken. Denn auch dieses ganze X-mas-Getue (das ja mit der christlichen Weihnacht nur bedingt zu tun hat) ist eine Form des Kolonialismus. Nicht mit Waffen, aber mit zweifelhafter Kultur – die noch dazu am Ende gegen grundlegende religiöse Dogmen verstößt. Und das ist in meinen Augen der Hintergrund für beide angeführten Fälle, denn dieses Dogma teilen Judentum und Islam: das der Einheit, der Einzigartigkeit Gottes, im islamischen das Prinzip des Tawhid.

Die Feier der Geburt dessen, der vom Christentum als „Sohn Gottes“ betrachtet wird, ist für Muslime – und wohl auch für Juden – schlicht blasphemisch. Eine Beteiligung daran, ein Gutheißen, wird von vielen ernsthaften Muslimen als Sünde angesehen – und das gegen eines der höchstrangigen islamischen Rechtsgüter. Da bin auch ich kompromisslos.

Bei Qaradawi war ich von Anfang an überzeugt, dass mit der ihm in den Mund gelegten Aussage etwas nicht stimmen konnte – denn ich habe mich noch vor wenigen Jahren sehr über ihn geärgert, als er es für zulässig hielt, dass Muslime Weihnachtsglückwünsche aussprechen. Das halte ich für verfehlt, weil ich nicht guten Gewissens jemandem gratulieren kann, der etwas tut, das in meiner Religion zu den größten Sünden gehört. Vor ca. einem Jahr hat man mich dafür auch fürchterlich gescholten – aber es gilt noch immer: da stehe ich und kann nicht anders.

Ärger mit den Fundis?

Bei meiner Spiegel-Lektüre heute morgen musste ich doch etwas schmunzeln. Katholiken in der CDU/CSU haben einen neuen Arbeitskreis, AEK,  gegründet. In Anbetracht der Tatsache, dass Frau Merkel evangelisch ist und auch die gesamte Politik der Partei seit langem nicht unbedingt kirchlichen Lehren folgt, könnte diese innerparteiliche Opposition für interessante Zeiten sorgen.

Den Namen des Gründers, Martin Lohmann, musste ich allerdings erst mal googeln. Dabei stellte ich fest, dass er kürzlich ein Buch veröffentlicht hat: „Das Kreuz mit dem C“ . Es soll der Kanzlerin nicht so wirklich gefallen haben.

Ich werde verfolgen, ob sie auch so unauffällig agieren wie ihr protestantisches Pendant, der EAK.

Insgesamt aber scheint der SPON zu Weihnachten wirklich Saure-Gurken-Zeit zu haben – der AEK wurde bereits am 15.11. gegründet, warum diese Meldung nun erst zu Weihnachten kam, kann ich kaum nachvollziehen, es sei denn, dass es an aktuelleren Themen fehlt. Wenn ich mir die blog-Neueinträge ansehe, habe ich dafür direkt Verständnis – Weihnachten rauf und runter, es ist gähnend langweilig.

Daher ist das hier auch eher ein Schwatz-Eintrag – solange, bis der AEK einen interessanten Streit in der Partei anzettelt. Abwarten und Tee trinken.

Das Forum auf SPIEGEL-online verlinke ich hier spaßeshalber mal. Heute morgen herrscht da zwar noch weihnachtliche Stille, aber vielleicht wirds ja doch noch aufschlussreich.

Bethlehem’s Christmas Blues

Während sich net und Presse über Qaradawis angebliches Verbot von Weihnachten aufregen, haben die Christen in Bethlehem andere Probleme. Die haben allerdings nichts mit den Muslimen zu tun.

Update: mehr aus Bethlehem

Spiegel folgt den Spuren von Memri auf der Jagd auf Qaradawi

Pünktlich zu Weihnachten kreiert der Spiegel mit Hilfe eines Memri-Videos einen passenden Aufreger – auf Kosten eines angesehenen Gelehrten.

Am 12.12.2009 hielt Yusuf al-Qaradawi in Doha eine Freitagspredigt, in der er sich gegen die Unsitte, in einer muslimischen Stadt wie Doha überall Weihnachtsschmuck auszubreiten, aussprach. Ich habe keine Ahnung, wie diese Rede von Memri aufbereitet wurde, damit nun behauptet wird, er habe gegen Weihnachten und das Weihnachtsfeiern von Christen gehetzt. Da mir aber bekannt ist, dass er in früheren Jahren selbst schon Ärger mit den Salafi bekommen hat, weil er sich NICHT z.B. gegen Weihnachtsgrüße an Christen aussprach, konnte ich die ihm in den Mund gelegten Worte nicht recht glauben und habe mich auf die Suche gemacht. Ich fand auf einer Website 2 Zusammenfassungen:

Al-Qaradawi Says Christmas Celebrations in Qatar `Undermine` Islamic Identity
Gulf Times Online
Saturday,
December 12, 2009
Report by Anwar al-Shami: “Scholar Criticizes Public Celebrations of Christmas.”
Al-Qaradawi Giving Friday Sermon
Prominent Islamic scholar Sheikh Yousuf al-Qaradawi yesterday criticised the public celebrations of Christmas in Qatar, saying that such celebrations would “undermine” the country`s Islamic identity.
In his Friday sermon, Sheikh Qaradawi called the current practice of displaying Christmas trees and other Christmas-related decorations by local stores “un-Islamic”.
“This is not the image of the Muslim capital city of Doha,” Sheikh Qaradawi told a congregation of faithful at the Omar bin al-Khattab mosque at the Khalifa town.
“I don`t know if we are in a Muslim or Christian community. It is unreasonable that such celebrations can take place in Qatar which lies in the Arab peninsula and whose native population is Muslim,” he said.
Qaradawi, who is the head of International Union for Muslim Scholars, blamed the practice mainly on local stores which, he said, were owned by Muslim businessmen. The recent Eid al-Adha festival of Muslims, he said, had not seen such exaggerated celebration in stores.
“I wonder how owners of these stores, who belong to famous Muslim families, accept their stores participating in Christmas celebrations and putting up four or 5m high Christmas trees,” he said. This would only undermine the Islamic image of the community.
“Such appearances are prohibited by Islam and Muslims participating in them are ignorant of Islamic teachings in this regard,” he said.
“According to the Holy Qur`an, Jesus Christ`s birth was not in the winter season,” he added.
The scholar expressed his surprise that such public celebrations of Christmas could go on at a time when a European country banned the minarets of mosques and others were thinking of following suit. He was referring to the recent Swiss ban on new minarets in the country.
“How could store owners accept to celebrate a religious occasion that has nothing to do with their religion,” he wondered.
“This means that they are ignorant of how to deal with others. There was a poll in France that showed that 41% of the surveyed had opposed more mosques and 46% opposed more minarets,” he said, quoting the result of a recent survey published in a French newspaper.
The scholar also criticised US President Barack Obama`s acceptance of the Nobel Peace prize days after ordering a surge in the number of American troops fighting in Afghanistan.
“I don`t know for what achievement Obama has won the Peace Prize. Obama pulled some of his troops out of Iraq only to send them to Afghanistan. He even failed to force Israel to suspend the building of settlements in Palestine so that peace talks could be resumed,” he said.
“How come that several countries of the world are still embroiled in war and conflict and Obama is getting the Peace Prize?”
(Description of Source: Doha Gulf Times Online in English — Website of independent newspaper with close ties to the ruling family; sister publication of influential daily Al-Rayah; focuses on domestic affairs; URL: http://www.gulf-times.com/)
© Compiled and distributed by NTIS, US Dept. of Commerce. All rights reserved.

 

 Al-Qaradawi Says Christmas Celebration in Muslim Countries `Prohibited, Shameful`
Al-Arab Online
Saturday,
December 12, 2009
 
Al-Qaradawi giving Friday sermon
Doha Al-Arab Online in Arabic on 12 December carries a 600-word report by Muhammad Sabrah in Doha on Al-Qaradawi`s viewpoint on preparations for Christmas celebrations and President Obama`s receiving of Noble Prize.
The report begins by citing Dr Yusuf al-Qaradawi, President of the International Association of Muslim Scholars, as saying that the ongoing preparations for the Christmas celebrations in the Arab and Islamic capitals are “prohibited, shameful, and unbefitting.” Al-Qaradawi regards the celebrations as “a proof of stupidity in imitating others and an ignorance of what Islam necessitates in such circumstances.” He goes on to say that the celebration of non-Islamic feasts means that “the nation is abandoning its Islamic identity.”
Commenting on what is happening in the Arab and Islamic capitals nowadays, Al-Qaradawi wonders asking: “What society are we living in? Are we living in a Muslim or Christian society?” He criticizes the Christmas celebration manifestations in the Doha shops and streets saying: “It is as if we are living in a Christian European country.”
Al-Qaradawi expresses his regret because at a time when the Christmas celebration manifestations are spreading everywhere in the Islamic countries, the calls for banning the construction of minarets in Europe are increasing. He adds: “While they (Christians) ban us form constructing minarets and are about to ban the construction of mosques, we share them the Christmas celebrations.”
Al-Qaradawi then turns to President Obama`s receiving of Noble Prize, criticizing the Swedish academy that granted Obama the prize and wondering: “What has Mr Obama achieved in order to deserve the peace prize?” He continues by saying: “The US President has not achieved peace neither in Iraq, Afghanistan, Somalia, nor in Palestine.” He notes that “Obama was even unable to commit Israel to temporarily halt the settlement activities in Palestine.”
Al-Qaradawi points out that “the US President ordered the withdrawal of a number of US troops in Iraq and the transfer of them to Afghanistan (they were transferred from on war to another.)”
He says that blood is still being shed in Iraq and Afghanistan under the full view of the US Army; the world is still at war, then why does Obama receive the Noble Prize?!!”
The report concludes by quoting Al-Qaradawi as saying: “America is not innocent of the blood that is being shed in Pakistan, Yemen, and Sudan.”
(Description of Source: Doha Al-Arab Online in Arabic — Website of independent, large-circulation pan-Arab daily with close ties to the ruling family; sometimes critical of government policies; URL: http://www.alarab.com.qa/)
© Compiled and distributed by NTIS, US Dept. of Commerce. All rights reserved.

Ich habe sie extra komplett kopiert, damit man sehen kann, wie wenig das mit den Behauptungen zu tun hat, die nunmehr dank MEMRI im deutschsprachigen Internet und anderswo kursieren. Würde sich jemand darüber aufregen, wenn ein katholischer Geistlicher seine Gläubigen anmahnt, nicht überall Chanukkias aufzustellen und statt Weihnachten Chanukka zu feiern? (macht keiner, weiß ich, da ist auch eher das Problem, dass orthodoxe Juden die Krise kriegen, wegen Weihnukka – kann ich auch gut verstehen).

MEMRI entwickelt sich wirklich zum Pendant von PI. Dass der Spiegel dort einfach abkupfert, ist ein echtes Armutszeugnis.