NSU – Zufälle gibts

Nur: daran glauben muss ich nicht:

Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll wichtige Geheimakten zum Thüringer Heimatschutz gelöscht haben, dem einst die Zwickauer Zelle angehört hatte – auch noch am 11. November 2011. Genau an diesem Tag übernahm die Bundesanwaltschaft die Aufklärung der NSU-Mordserie.

Das stinkt zum Himmel.

4 Antworten

  1. Auch anderen Leuten geht es inzwischen zu weit, bei all dem an Zufälle oder Inkompetenz zu glauben. Dass es grade Dietz vom SPON ist, erstaunt mich, aber ich kann ihm nur beipflichten:

    „Aber trifft das die Sache? Ist es wirklich so ein Rätsel, ist es wirklich mysteriös, wenn in einem Umfeld, das verseucht ist von V-Leuten, die ihre Honorare schon mal dazu nutzen, die Strukturen aufzubauen, die sie eigentlich ausforschen sollten – wenn in so einer Behörde ein Beamter etwas tut, das total Sinn macht: Wenn man ein Motiv hat, wenn man es mit Absicht tut?

    Kann es sein, dass man sich scheut, zum möglichen Kern dieser Affäre vorzudringen? Was wäre, wenn es nicht Inkompetenz war, sondern Absicht? Und warum wird dieser Punkt so sehr vermieden, von den Politikern, aber auch von den meisten Medien? Heinrich Wefing hat in der „Zeit“ gerade noch mal daran erinnert, dass sich gleich nachdem die so genannte „Zwickauer Zelle“ aufgeflogen war, die Frage aufdrängte, ob es „ein klammheimliches Zusammenwirken, eine ideologische Sympathie, eine hilfreiche Nähe von Rechtsextremisten und Verfassungsschützern“ gebe – die Polizei ging ihre Ermittlungen ja auch erstmal mit dem Stichwort von den „Döner-Morden“ an, eine rassistische Weltsicht, die auch so benannt wurde. Inzwischen hat sich das wieder etwas verändert. Hans Leyendecker lässt dieses Nachdenken über einen möglichen ideologischen Hintergrund im Versagen des Verfassungsschutzes weg, redet nur noch davon, dass die Polizisten „ein Jahrzehnt lang ein Phantom aus dem weiten Reich der Organisierten Kriminalität“ jagten – und schließt daraus: „Was bei der Fehleranalyse, die erst begonnen hat, Angst machen muss, ist das handwerkliche Dilettieren so vieler Behörden.“

    Ist das wirklich das Problem, das uns Angst machen muss? Ist das überhaupt der Fall? Chaos ist ja eine fast perfekte Tarnung, Willkür ist etwas, das man erstmal behaupten kann und schwer widerlegen. Ideologie ist manchmal flüchtig. Wir sollten einfach weiter Fragen stellen. Denn logisch, sinnvoll oder nur nachvollziehbar sind die Antworten bislang nicht. Und der Verdacht wiegt damit, bis er ausgeräumt ist, schwerer als nur Dilettantismus. “

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-die-geschredderten-verfassungsschutz-akten-a-842965.html

    Wenn dieser Verdacht schon bei deutschen Journalisten angekommen ist ….

  2. Phoenix Presseclub 8.7.2012
    Prantel, von der Süddeutschen Zeitung, sieht zu Verfassungsschutz 2 Möglichkeiten:
    Wenn er nichts gewusst hat, brauchen wir ihn nicht,
    wenn er etwas gewusst hat, ist er gefährlich.
    Ein Innenminister der 7 Monate braucht, um zu erkennen, dass es eines Sonderermittlers bedarf, schöpft ebenfalls beide Möglichkeiten aus.

  3. https://linksunten.indymedia.org/de/node/63529

    Leiche in Zimmer 15
    Quelle :
    DER SPIEGEL 28/2012
    Erstveröffentlicht:
    09.07.2012
    Ein toter Rechtsextremist und ein Rucksack voller Waffen: Rüstete sich in Brandenburgeine neue militante Gruppe für Anschläge?Der Funkspruch, der am Abend des 22. März eine Streife der märkischen Polizei erreichte, hörte sich nach Routinearbeit an. In Herzberg, einer Ortschaft 60 Kilometer nordwestlich von Berlin, sei ein Mann leblos in seinem Hotelbett aufgefunden worden. Als die Beamten wenig später das Zimmer Nummer 15 im Souterrain der Frühstückspension „Weißes Haus“ betraten, hatte der Notarzt bereits den Tod des Gasts festgestellt. Die Leiche wies keine Spuren von Gewalt auf, offenbar war der Mann an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht, und so hätte die „Todesermittlungssache 359 UJs 5214/12“ schnell zu den Akten gelegt werden können. Wäre den Polizisten nicht ein Militärrucksack im Zimmer aufgefallen, in dem sich ein kleines Kriegsarsenal fand: drei Waffen, darunter eine schussbereite 7,65-mm Pistole und ein umgebauter US-Karabiner mit Zielfernrohr, sowie rund 300 Patronen unterschiedlichen Kalibers. Als ebenso brisant erwies sich die Identität des Toten: Es handelte sich um Jörg Lange, geboren 1966 in Mecklenburg-Vorpommern, einen justizbekannten Aktivisten der rechten Szene.

    Drei Monate später müssen sich die Sicherheitsbehörden jetzt mit mehreren Fragen auseinandersetzen: Was hatte der Mann mit dem Schießgerät vor? Wie kam das Arsenal in sein Pensionszimmer? Und: Hatte sich vor den Toren der Hauptstadt, kein halbes Jahr nach Enttarnung der Zwickauer Terrorzelle, womöglich eine neue militante Neonazi-Gruppe formiert und für Anschläge gerüstet?Die Staatsanwaltschaft Neuruppin, die in dem Fall ermittelt, will sich derzeit nicht äußern. In der 660-Seelen-Gemeinde Herzberg hat sich der Leichenfund im „Weißen Haus“ längst herumgesprochen. In der Pension, so ist zu hören, sollte ein rechtsextremes Schulungszentrum entstehen. Im Frühjahr habe eine Frau das 4500 Quadratmeter große Anwesen samt Büros, Tagungsräumen und Gästezimmern gepachtet. Sie wolle dort, so soll sie den ahnungslosen Eigentümern erklärt haben, EDV-Kurse und Seminare über alternatives Leben veranstalten.

    Ermittler glauben indes, dass der Lebensgefährte der neuen Pächterin hinter der Anmietung steckte – und ganz andere Pläne mit der Immobilie hatte. Der Mann heißt Meinolf Schönborn und gilt seit über drei Jahrzehnten als große Nummer der deutschen Neonazi-Szene.

    Angriff auf Hochschulcafé – Das Netzwerk der Reichsbewegung
    In der Nacht vom 19. auf den 20. April wurde das Hochschulcafé „Frei_Raum“ der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin vermutlich von Nazis angegriffen. Die Täter versuchten die Fenster einzuwerfen und hinterließen Aufkleber mit rassistischen Parolen der Neonazigruppe „Neue Ordnung“ auf den angebrochenen Scheiben. Den sich in dieser Nacht jährenden Geburtstags Adolf Hitlers nehmen Nazis immer wieder zum Anlass für wilden Aktionismus. In diesem Zusammenhang kommt es seit Jahren zu Übergriffen auf alternative und linke Räume oder Personen, die nicht in das Weltbild der Rassisten und Nationalisten passen.
    Brisant ist die auf dem Aufklebern hinterlassene Internetadresse. Die IP-Adresse der Homepage der „Neuen Ordnung“ stimmt mit der von der rassistischen „Reichsbewegung“ überein, aber auch der neonazistische Z-Versand ist mit dieser IP-Adresse zu erreichen. Laut „NRW rechtsaußen“ ist die „Neue Ordnung“ der jüngste Organisationsansatz des ehemaligen Vorsitzenden der 1992 verbotenen „Nationalistischen Front“, Meinolf Schönborn der laut dem Blick nach Rechts auch frühere Kontakte zu dem späteren Terrortrio Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe hatte.

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/59248 vom 29.4.2012

  4. Da wurde die Formatierung von der Technik gefressen.

    Ab „Angriff auf Hochschulcafé“ stammt der vorhergehende Kommentar nicht vom Spiegel sondern von:

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/59248

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