Halal in Deutschland – muss ich mich jetzt bei PI bedanken?

Es ist ja in Deutschland nicht immer einfach für Muslime, einzukaufen oder auch außer Haus zu essen, weil nicht überall Essen angeboten wird, das halal ist. Im Gegensatz zu den USA , wo eine entsprechende Kennzeichnung seit Jahren standard ist, steckt dies in D erst in den Kinderschuhen – sehr lange wurde Muslime als Kunden schlicht ignoriert. Hinzu kommt, dass tatsächlich Protestet kommen, wenn ein deutsches Geschäft Ware anbietet, die als halal gekennzeichnet ist. Einige Hersteller erklären, ihre Produkte seien zwar nach den Prinzipien von halal hergestellt, aber um den Absatz nicht zu gefährden, würden sie nicht gekennzeichnet.

Nun hat ausgerechnet PI eine Serie von Artikeln aufgelegt, wo Leser melden sollen, wo derart gekenntzeichnete Produkte verkauft werden. Natürlich um eben die genannten Proteteste zu fordern. Aber man kann das natürlich auch als Einkaufsführer für Muslime nutzen.

Gut, ich persönlich bin bei etlichen der angebotenen Artikel eher vorsichtig – nicht überall, wo halal draufsteht, ist auch halal drin. Wenn das Produkt allerdings von Muslimen angeboten wird, würde ich es kaufen – laut Hadith soll ich ihm nicht misstrauen, ist es nicht halal, ist es die Sünde des Verkäufers.

 

8 Antworten

  1. so ein schwachsinn….. halal ist tierquälerei deluxe und wer an solche schwachsinnigen speisevorschriften glaubt, tja, der tut mir echt leid.

  2. Den Kommentar zuvor habe ich zwecks Abschreckung freigeschaltet. Es gibt eben immer Leute, die von Dingen schreiben, von denen sie keinerlei Ahnung haben.

    Anders in diesem Artikel, der sich mit der Problematik von Halal-Zertifizierung befasst. In anderen Ländern geht das, nur in D scheint es sehr schwierig zu sein:
    http://www.migazin.de/2011/09/05/milliardenmarkt-halal-siegel-zertifizierung/

  3. Ja, selbst Pipi ist mal für was gut. Wer hätte das gedacht.

  4. Salam alaikum, schön, dich hier zu lesen.
    Schon gesehen? http://watchblog1001.wordpress.com/

  5. Salam

    ja, habe ich. Hm, ich sehe es aber als etwas kritisch, wenn man sich so viel mit PI beschäftigt. Von so einer Werbung träume ich ja nur…es hat mal eine Seite gegeben, die nur den Muslim-Markt aufs Korn nahm, leider gibts die nicht mehr , und auf Nürnberg 2.0 sind wir auch nicht *schmoll*🙂

    Spaß beiseite: Mit „Rechts“ hat PI nichts zu tun. Traditionell Rechte sind zwar teilweise Rassisten, aber sie haben nichts gegen den Islam AN SICH, sie wollen nur nicht, dass wir hier zu stark werden, aber aus ihrer Sicht kann ich das a uch verstehen, unsere Geburtenrate ist halt höher , und das ist gut so! . Nur verstehe ich auch, wenn die Deutschen gewisse Überfremdungsängste haben. Bist du aus der Türkei? Wenn ja, dann würdest du es gut finden, wenn du in Stadtviertel gehst in Istanbul, wo kein Wort Türkisch mehr gesprochen wird und du die Schilder in den Läden nicht mehr lesen kannst? Man muss sich auch da mal reinversetzen.
    Und außerdem habe ich festgestellt, dass auch viele Linke den Islam hassen.

  6. Jahrelang wollte sich – wohl aus der gleichen Argumentation heraus – niemand, mich eingschlossen, so recht mit PI beschäftigen. Seit Oslo hat sich dieses Totschweigen durchaus als Fehler herausgestellt, denke ich. Daher habe ich meine Meinung geändert und den ohnehin existierenden Blog ein wenig umgeändert.

    Rechts-Links – gute Frage, aber die Diktion von PI, seinerzeit begonnen auch bei „Infotalk“, Ulfkotte u.ä. ist eine Angelegenheit eher der Rechten, christlich oder nicht. Was von Links kommt, ist i.d.R. eher die Ablehnung aller Religiosität – und Hass in der Art, wie von PI & Co. ist mir da kaum begegnet. Der richtet sich dann eher auf politische Fragen – grade Iran, und ich denke, daher hast du mehr Erfahung damit.

    Die Überfremdungsängste sind, wenn man ernsthafte Statistiker hört und den Grad der bereits erreichten Assimilation weiter Kreise der Muslime sieht, unbegründet. Wenn man dann vergleicht, wie z.B. in den USA ganze Viertel seit mehr als hundert Jahren existieren, denke ich, gibt es da keinen Grund, sich in solche Paranoia hineinzuversetzen.

  7. ich habe zwei, drei Fragen, wenns denn recht ist:
    sagt Hadith dir, das du nur Muslimen nicht misstrauen darfst und ist es quasi deine Sünde, wenn der Verkäufer etwa Ich war und irgendwie gepfuscht hat bei der Herstellung des eigentlich Halal seien sollenden Produktes?
    Aber ich habe zwei allgemeinere Fragen:
    Worauf gründet und wie äußert sich das Misstrauen von „Muslimen“ gegenüber solchen, die halt schon viele Generationen „Deutsch“ sind?
    Ich denke es gibt da nämlich unterschiedliche Qualitäten an „Misstrauen“ „, das „wir“ „euch“ gegenüber bringen.
    Zumeinen sind da natürlich offensichtlich feindselige Dinge, wie sie NPD und Konsorten gerne anzetteln, es gibt aber auch subtilere Inszenierte Dinge, wie etwa diese 1001 Geschichten-Seite, bei der eine reelle Gefahr
    zu einer übertriebenen Paranoidität geführt hat.
    Aber manchmal ist das, was wie Misstrauen oder Ablehnen der „fremden“ Idee wirkt, auch einfach nur Überforderung und Verunsicherung und Unwissenheit. (eine Beispiel dafür ist dann gleich meine 2 Frage😉 )
    Ich war mit Freunden mal in einer von Iranern geführten Bar einen trinken. Die Bedienung dort war, anders als von uns gewöhnt, nicht untergeben und nicht alle 3 Minuten zur Stelle um Nachzuschenken (es wurde quasi eigenständigkeit von uns erwartet). Aufgefasst wurden die Leute dann allgemein als nicht Gastfreundlich. Mittlerweile habe ich eine Iranerin an der Uni kennen gelernt. Sie verhält sich genau wie die Bedienung, allerdings hatte ich jetzt genug Zeit zu merken, dass das Verhalten eben nicht unfreundlich ist sondern eben anders. Aber solche Dinge zu lernen, erfordert eben Zeit und Verständnis von mindestens einer Seite.
    Meine Frage ist also: Ist das, was du als Misstrauen beschreibst eher Überforderung wie „ihr“ „uns“ begegnen sollt, Angst vor Assimilation oder richtiges Misstrauen, das wir euch im besten Fall als zweitklassigen Geschäftspartner betrachten?
    Meine zweite Frage:
    Klingt vielleicht doof, beschreibt aber die oben genannte Unwissenheit ganz gut:
    Wenn ein Mädel überzeugt ist, das ihre Religion es vorsieht, das sie ein Kopftuch tragen sollte, ist es für sie in irgendeiner Art problematisch, wenn ich sie direkt anschaue?

  8. Nein, das mit dem Misstrauen ist so ein Fehlschluss. Vielmehr gibt es einen hadith, dass ich Essen, das mir ein Muslim anbietet, ohne Nachfrage essen darf. Er hat zu wissen, was halal ist, und es ist seine Pflicht, mir nichts anzubieten, das haram wäre.
    Bei einem Nichtmuslim kann ich nicht voraussetzen, dass er sich damit auskennt, also sollte ich nachfragen, bzw. beim Kaufen prüfen – oder es liegen lassen, wenn ich es nicht nachprüfen kann. Unabsichtlicher „Pfusch“ ist da ohnehin nicht erheblich, es kommt auf die Absicht an.

    Misstrauen von muslimischer Seite im Allgemeinen – das hat viele Gründe. Manchmal, da hast du recht, ist es Unkenntnis. Bei mir dafür oft eher zuviel Kenntnis…. Lies dich hier ein bisschen durch, dazu die Presse der letzten paar Monate, ich denke, dann kriegst du schon ein Bild.

    Die Vermutung, mein Gegenüber könnte mich als Geschäftspartner oder überhaupt Bürger 2. Klasse betrachten – ja, die habe ich in D öfter. Sie beruht auf zuviel Erfahrung.

    Ansonsten ist da manchmal auch eher Vorsicht, nicht unbedingt Misstrauen: wenn ich irgendwo essen soll und man versichert mir, im Essen ist kein Schweinefleisch. Dann kommt die Vorsuppe – und auf meine Frage ist da Fleischbrühe dran, wird genickt. Nicht bös gemeint, aber wenn es Gelegenheiten sind, wo ich nicht fragen kann, bin ich dann halt offiziell lieber schon satt.
    Da traue ich einfach dem Informationsstand der Nichtmuslime nicht. Aber ist das Misstrauen?

    Was die junge Dame angeht: ich denke, mit oder ohne Tuch lassen sich Frauen nicht gerne anstarren😉 (das war jetzt der Text zum 8. März).

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