Saudi-Arabien: women2drive?

Seit Jahren wird Saudi-Arabien vorgeworfen, dass Frauen dort nicht fahren dürfen. Auch ich halte die dafür vorgetragenen Begründungen für islamisch zweifelhaft und bin dafür, dass dieses – nicht gesetzlich geregelte – Verbot aufgehoben wird. Dabei sollte man wissen, dass außerhalb der Großstädte das Ganze ohnehin nicht so heiß gegessen wird.

Seit nun vor kurzem eine Frau nicht nur Auto fuhr, sondern auch ein Video dazu ins Netz stellte und ganz öffentlich Ärger bekam, wurde eine Kampagne geplant, die bei twitter unter dem Hashtag, den ich als Überschrift verwendet habe, publik gemacht wurde. Heute sollten möglichst viele Frauen diese Form des zivilen Ungehormsams ausüben, um eine Grundlage für die Änderung dieser Regelung zu schaffen. Soweit mir bekannt, wollten sich vor allem Frauen daran beteiligen, die im Besitz einer Fahrerlaubnis aus einem Drittstaat sind, also auch wirklich fahren können.

Die Kampagne bekam viel Unterstützung, wie ich in den letzten Tagen, und besonders heute, verfolgen konnte. Ich habe mich daran nicht beteiligt. Auch wenn ich dafür jetzt verbale Prügel beziehe: ich halte dies für ein Luxusproblem. Voraussetzung ist nämlich, dass frau einen Wagen hat und Geld, diesen zu bewegen (gut, Benzinpreise in Saudi sind noch tragbar, aber trotzdem). Es gäbe andere Probleme im Land, die weitaus mehr verdienen würden, Gegenstand einer Kampagne zu sein. Und daher gucke ich hier nur zu und schüttele den Kopf.

Die gleiche Haltung scheinen auch andere für opportun zu halten:

http://twitter.com/#!/NYMansouri/status/81706990023356417

4 Antworten

  1. Ich finde das mit dem Autofahrendürfen ja so ähnlich wie mit dem Schießendürfen als Soldatin. Natürlich sollen sie dürfen. Aber lieber wäre mir, die würden übers gemeinsame (Männer wie Frauen) Fahrradfahren nachdenken.
    Doofe Frage: dürfen Frauen in Saudidingsbumsland fahrradfahren?

  2. Gute Frage. Als ich mal da war, habe ich keine Fahrräder gesehen – auch nicht mit Männern. Ich weiß es nicht. Mal sehen, ob ich jemanden finde, der es weiß.

  3. ein luxusproblem?
    das macht mich etwas ratlos – denn: wär hätte das denn? frauen, die sich frei bewegen wollen, egal ob auto oder vespa oder fahrrad fahrend oder zu fuß – oder männer/eine religions- und sittenpolizei, die meinen, sie daran hindern zu müssen?

  4. Die Gesellschaft als Ganzes. Und eine „Frauenbewegung“, die notwendigerweise nur aus Frauen besteht, die genug Geld haben, ein Auto zu unterhalten, ist mir in Anbetracht der anderen Probleme zu beschränkt.

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