Manche Tote zählen, andere?

In einem Kommentar bei einem Freitag-Blog las ich, dass es nunmehr 45 Tote bei den deutschen Soldaten gegeben hätte. Ein Artikel in der NZZ beziffert die Zahl der toten NATO-Soldaten für dieses Jahr auf 700, insgesamt auf 2300 (für Afghanistan). Traurig, klar.

Was mich aber wütend macht, sind die ungezählten, unerwähnten Toten. Die, die nicht freiwillig in die Kampfzone gingen, für gutes Geld. Die, die dort leben, dort zu Hause sind – und einfach, oft als „Kollateralschaden“ bezeichnet, getötet werden – und für die westlichen Medien nichts zählen. Keiner Erwähnung wert sind.

Und dann wird am Ende des NZZ-Artikels auch noch ganz cool erwähnt, dass ja die USA gerne außer den Drohnenangriffen auch Truppen nach Bedarf in Pakistan einsetzen möchten. Um „Islamisten“ zu fangen. Auf dem Boden eines angeblich befreundeten Staates – einfach mal so Leute kidnappen.

Aber das regt in Europa oder Amerika niemanden auf. Sind ja nur Moslems. Und für die gilt – siehe den tweet von gestern.

Liebermann lässt grüßen.

3 Antworten

  1. Hallo Alien59

    Danke erst mal für Dein sehr informativen Blog.
    Er gehört seit längeren zu meiner Pflichtlektüre.

    Mich macht am meisten wütend, wenn ich wieder hören muss, dass so und so viele Aufständische getötet wurden. Ja was heisst den das eigentlich Aufständisch? Ist aufständisch nicht genau das, was alle Menschen auszeichnet? Wir alle sind die, die einst aufgestanden sind!
    Dazu kommt noch dass in Afghanistan die gleichen Aufständischen einst von Präsident Ronald Reagan geehrt wurden als mutige Kämpfer für die Freiheit gegen die Sowjet’s. Er hatte sogar veranlasste eine Weltraummission dem Afghanischen Widerstand zu widmen. Er sprach;

    „Die Columbia repräsentiert der Menschheit grösstes Streben auf dem Feld der Wissenschaft und Technologie. Genau gleich repräsentiert der Kampf der afghanischen Bevölkerung der Menschheit grösstes Streben nach Freiheit.„

    Nun wurden aus den Freiheitskämpfer Aufständische, deren Ermordung stolz aus unseren Radios und Fernseher als Kriegserfolg verkündet werden.
    Dabei sind die Afghanen auf dem selben Gebirge beheimatet, auf dem auch wir Schweizer leben. Das Gebirge reicht von den Alpen bis zum Himalaya. Bergvölker wie die Afghanen, die Schweizer oder die Bolivianer lassen sich nun mal nicht gerne von fremden Mächten herum kommandieren. Auch hier zu lande in der Schweiz wurde einst aufgestanden gegen Habsburg und gegen alle möglichen fremden Herrscher.
    Einem Schweizer sollte sich der Magen umdrehen, wenn er hört, dass in seinem Gebirge ein paar tausend Kilometer weiter östlich Aufständische von einer Grossmacht ermordet wurden… sollte…

    Liebe Grüsse
    patrick

  2. Ich finde man muß da schon differenzieren. Aber was wäre die Alternative? Sollen die gut bezahlten Soldaten aus Afghanistan verschwinden, damit sich wieder ein Regime etablieren kann wie unter den Taliban? Mir wurde von muslimischer Seite immer wieder gesagt, das seien keine „echten“ Muslime gewesen, die Machthaber in Kabul vor 2002.
    Geht es den Menschen, die nicht freiwillig dort sind besser, wenn Bomben fallen, oder geht es ihnen besser, wenn sie jederzeit damit rechnen müssen hingerichtet zu werden?
    Mir wäre es egal, von wem ich ermordet werde…
    Also stelt sich die Frage: Wie würde man es selbst besser machen. Ich wünsche den Afghanen weder den jetztigen Krieg, noch wünsche ich ihnen das Taliban-Regime zurück. Also was tun als christlicher Europäer? Bundeswehr raus und nicht mehr drum scheren? Ich bin da etwas ratlos, frage mich aber nach der Meinung des Autors…

  3. Hoppla, Autorin, sorry. Ich hatte nicht gesehen, daß der Text von Patrick schon Kommentar war… bin etwas müde heute…

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