Versicherung als Islamexperten

Man ist ja einiges gewöhnt an selbsternannten Islam-Experten. Nunmehr sitzen die auch bei Versicherungen.

In diesem Fall wollte eine solche genau wissen, dass muslimische Männer NIE, NIEMALS Hausarbeite machen – es daher für den Verletzen nach einem Unfall auch keinen Haushaltsführungsschaden zu ersetzen gebe. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die jüngere Ehefrau noch im Berufsleben steht und der Verletzte Rentner ist. Schnell wurde der Ehefrau noch mangelnde Sprachkenntnis angedichtet, der Altersunterschied als weitere Begründung genommen – fertig war die Ablehnung. Man weiß ja schließlich, was so alles im Koran steht.

Denke ich mir aus? Leider nicht. Es stand in einer Lokalzeitung – nein, nicht in der mit den großen Buchstaben.

Für Muslime ist das tatsächlich lächerlich und beleidigend. Alleine vom Vorbild unseres Propheten – dem Muslime ja folgen sollen – ist zu schließen, dass selbstverständlich der Mann auch Hausarbeit verrichten kann, verrichten soll.

Der berühmte Pascha, der sich alles nachtragen lässt – islamisches Vorbild ist er nicht. Und ich muss aus persönlicher Erfahrung sagen, viel seltener, als im Allgemeinen angenommen wird. Ich kenne tatsächlich viel mehr muslimische als nichtmuslimische Männer, die gut kochen (und es auch tun), wissen, was das Brot kostet, wie man Fenster putzt …

Gerade bei den früh eingewanderten, die lange alleine lebten, sind solche Kenntnisse eher weit verbreitet.  Die Unterstellung der Versicherung ist schon wirklich satireverdächtig.

5 Antworten

  1. Nicht satireverdächtig, sondern strafverdächtig! Das ist blanke Diskriminierung aufgrund der Religion. Die Versicherung oder zumindest die verantwortlichen Personen sollten angezeigt werden und bei voller Ausnutzung der Strafmöglichkeit bestraft werden.
    Hoffentlich wehrt sich der Betroffene juristisch, damit sowas nicht Schule macht.

  2. Ich denke, sein Anwalt hat sich da schon drum gekümmert. Strafbar ist Dummheit aber noch nicht – daher wird es wohl bei bösen Worten bleiben. Ob die Versicherung am Ende zahlen muss, wird man sehen – Haushaltsführungsschaden wird ja gerne bestritten, nur war hier halt die versuchte Begründung extra dämlich.
    Ansonsten fürchte ich, beim derzeitigen Klima könnte sich das für die Versicherung geradezu als Werbemaßnahme entpuppen.

  3. Hallo, ich bin Klemens Surmann aus der Gothaer Pressestelle. Wir können sehr gut jeden verstehen, der sich über diese Sache aufregt. Hier hat sich eine einzelne Mitarbeiterin leider völlig im Ton vergriffen, wofür wir uns in aller Form entschuldigen. Dieser Ton und die Inhalte des Schreibens entsprechen in keiner Weise der grundsätzlichen Haltung des Unternehmens.
    Der Geschädigte hat für den erlittenen Schaden und die sehr bedauerlichen gesundheitlichen Folgen bereits umfassende Zahlungen von uns erhalten. Zum Punkt der Haushaltsführung sind wir mit der beratenden Anwaltskanzlei des Geschädigten noch im Gespräch.

  4. Ach schmarrn, ich habe selbst mal bei einer Versicherung gearbeitet, jedes Mittel ist recht solange die Versicherung nicht zahlen muss, das hat nichts mit Rassismus zu tun es werden einfach fadenscheinige Behauptungen aufgestellt die es zu widerlegen gillt bevor man Geld bekommt.

    Ich könnte euch Geschichte erzählen was sich meine Kollegen alles ausgedacht haben da würde euch der Mund offen stehen.

    Fazit: Versicherungen wollen ihr Geld behalten, mit allen Mitteln.

  5. Hans, ich weiß – aber dümmliche Begründungen sind eine Sache, diese Art von Kulturrassismus eine andere. Wer sowas von sich gibt, macht sich zwar bei Nazis beliebt (ich habe den Jubel im Netz gelesen, Herr Surmann, ist halt so), muss aber eben auch mit dieser Publicity rechnen. Mag ja sein, dass es nur eine Mitarbeiterin war, aber sie muss ja einen Grund gehabt haben, verzweifelt nach einer Ablehnungsmöglichkeit gegen den Anspruch zu suchen….

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: