Ende des Irakkrieges?

Auch wenn das zur Zeit behauptet wird, halte ich es für eine Propagandameldung, die vor allem dazu dienen soll, in den Köpfen vor allem der US-Bevölkerung diesen Kriegsschauplatz erst mal aus dem Blickfeld zu rücken. Platz für Neues.

Ein Resümee der amerikanischen Bemühungen, den Irakern „Freiheit und Demokratie“ zu bringen, kann nur äußerst negativ ausfallen. Bei aller Abneigung gegen Saddam Husseins diktatorische, mörderische Art – ich frage mich, wie viele Iraki heute wirklich finden, dass es ihnen besser gehe. Vielleicht ein großer Teil der Kurden, die ja besonders unter ihm zu leiden hatten und die sich heute ein Stück Eigentständigkeit erkämpft haben – allerdings auch um einen Preis, der mir sehr hoch scheint.

Noch höher aber, fürchte ich, wird der Preis sein, den die Kinder und zukünftige Generationen zu zahlen haben werden. Wie schon länger bekannt, verwendeten US-Truppen abgereicherte Uranmunition. Vor allem in Falludja. Eine Studie hat sich mit den Auswirkungen im Einzelnen befasst, die Junge Welt erläutert Teile in einem lesenswerten Artikel:

Busby, Hamdan und Ariabi stellten daraufhin Fragebogen (in arabisch) zusammen, die Anfang 2010 von speziellen Teams in insgesamt 711 Haushalten in Falludscha verteilt wurden. 4843 Personen antworteten. Die Auswertung ergab, daß sich seit Januar 2005 die Krebserkrankungen in Falludscha vervierfacht hatten. Die Rate liegt 38mal höher als in Ägypten, Jordanien und Kuwait. Erhöhtes Risiko für Leukämie liegt bei allen Altersgruppen vor, gefolgt von Krebs in den Lymphgefäßen, Brustkrebs bei Frauen und Gehirntumoren.

Die Todesrate beträgt bei Neugeborenen 80 von 1000 – in Ägypten sind es 19,8, in Jordanien 17 und in Kuwait 9,7 auf tausend Geburten. Anormal zeigte sich das Geburtenverhältnis von Jungen und Mädchen bis zu vier Jahren. Normalerweise ist das Verhältnis in dieser Altersgruppe 1050 Jungen zu 1000 Mädchen. In Falludscha ist das Verhältnis 860 Jungen zu 1000 Mädchen. Als Grund wird Streß durch genetische Störung angenommen, was gestützt wird von der hohen Anzahl von Mißbildungen. Männliche Embryos überleben weniger oft als weibliche Embryos, die mit Mißbildungen reagieren.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluß, daß die Einwohner von Falludscha mit einer vergleichweise höheren Rate an Krebs, Leukämie, Kindersterblichkeit und Mißbildungen konfrontiert sind, als es bei den Überlebenden von Hiroschima und Nagasaki in den Jahren nach den Atombombenabwürfen im August 1945 dokumentiert wurde.

Aber für die USA ist das anscheinend ein Erfolg.

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