Den Boten köpfen?

Die Wikileaks-Dokumente haben Furore gemacht – nicht, weil so viel Neues darin gestanden hätte, sondern weil es sie überhaupt nun öffentlich verfügbar gibt. Und beim nächsten Mal könnten ja weit unangenehmere Wahrheiten dabei sein…

Was tut man in den USA? Das FBI ermittelt, Wikileaks-Mitarbeiter werden auf Flughäfen angehalten, ausgefragt, durchsucht ( na ja, nicht wirklich etwas Neues auf amerikanischen Flughäfen) und gegen Wikileaks und seinen Gründer wird, wenn auch vorläufig nur mit Worten, scharf geschossen. Wie in zwei Artikeln von Marc A. Theissen, einem ehemaligen Sprecher der Bush-Administration. In einer Kolumne bei der Washington Post fordert er mehr oder weniger, Wikileaks mundtot zu machen, Druck auf Island und andere Staaten auszuüben, die Assange nicht verfolgen und ihn arbeiten lassen. In einem anderen Artikel bei „The American“ äußert er sich ähnlich und zeigt an einem Beispiel für Belgien, wie andere Länder auf Wunsch der USA ihre Gesetze anpassen.

In der WaPO besteht er darauf, dass Assange gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden müsse. Das gipfelt in diesem Schlusssatz:

WikiLeaks represents a clear and present danger to the national security of the United States. If left unmolested, Assange will become even bolder and inspire others to imitate his example. His group is at this moment preparing to release tens of thousands of documents that will put the lives of our troops and our allies at risk. Will President Obama stop WikiLeaks from doing so — or sit back and do nothing?

„Clear and present Danger“ – diese Phrase eröffnet einem amerikanischen Präsidenten eine breite Palette an Mitteln, die oft völkerrechtlich eher bedenklich sind – vorsichtig ausgedrückt. Man könnte den Absatz auch so lesen: Los, Herr Präsident, setzen Sie die Killerkommandos in Bewegung!

Ich wünsche Herrn Assange Freiheit und ein langes, erfolgreiches Leben.

2 Antworten

  1. Sinngemäß Chomsky aus dem Gedächtnis wiedergebend: Wenn man davon spricht, dass bestimmte Staaten die Stabilität und den Frieden aufs Spiel setzen, dann ist damit nur gemeint, dass sie sich nicht an Befehle aus Washington gehalten haben.

  2. Gut gesagt. Passt.

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