Burka – die Gehirnwäsche wird fortgesetzt

Der Focus schreibt mal wieder einen anti-Burka Artikel, nachdem eine Umfrage ergeben habe, dass in einigen europäischen Ländern die Bevölkerung mehrheitlich für ein Burka-Verbot sei, und zwar

in Frankreich 82 %

in Deutschland 71 %

in Spanien 60 %

in England 60%

Interessanterweise stammen die Zahlen von einem amerikanischen Research-Institut, das für Amerika nur eine Zustimmung von 28 % für ein solches Verbotsgesetz angibt. Sollten die Zahlen stimmen, sind sie ein guter Beweis dafür, wie weit die dauernde Gehirnwäsche bestimmter Medien und rechter Kreise die Bevölkerung schon beeinflusst hat.

Das mit einem solchen Gesetz massiv in Grundrechte der betroffenen Frauen eingegriffen wird, nur um den dies Gesetz fordernden einen ihnen unangenehmen Anblick zu ersparen, scheint völlig egal. Grundrechte für Muslime? Nee, nich?

Welcher Anblick muss dann als nächstes verboten werden? Und was wird den Muslimen als nächstes untersagt?

14 Antworten

  1. Das sind dieselben Leute, die gegen OpenData und OpenGovernment sind und sonst mit Freizügigkeit ihre Schwierigkeiten haben.

  2. Vermutlich. Ich finde die Zahlen erschreckend, wenn sie denn stimmen. Und Artikel wie der im Focus treiben das noch an.

  3. Kann ja nicht sein das man so lange Überwachungskameras mit automatischer Gesichtserkennung entwickelte, durch die und angeschlossene Datenbanken man gleich sämtliche Daten eines Passanten abrufen und mit einem Mausklick auf dem Monitor eingeblendet bekommen kann, verschleierte Frauen der globalisierten High-Tech-Stasi entgehen können.

    Es muss jeder normale Bürger und gleichzeitiger potentielle Terrorist nackt und bis auf die Knochen gescannt werden, alle Bankdaten nach USA wandern, jede E-Mail durch „Echelon“ durchsucht und bei „Achtung Kontrolle !“ in der Glotze jede weggeworfene Kippe sofort gemaßregelt und bestraft werden – solange es die gewöhnlichen Menschen betrifft, schreckt man vor nichts zurück, aber wehe der selbsternannten „Elite“ und ihren Bütteln schaut mal einer auf die Finger, wie z.B. Wikileaks, dann ist das Geschrei von wegen Spionage riesengroß….

    …davon das jemand wie G. W. Bush, der hunderttausende Leichen im Keller hat, sich einfach nur vor die Kameras der Komplizen stellen und sagen muss er hätte „Fehler gemacht“, ohne das ein Konzernmedien-Hahn danach kräht, die sonst sofort dazu bereit sind jedem Hartz4 Opfer ein Kamerateam zwecks Kontrolle ins Schlafzimmer zu schicken, ganz zu schweigen.

  4. Meinungsforschungsinstitute machen normalerweise Meinungen und erforschen sie nicht. Ich würde den Zahlen also grundsätzlich nicht glauben.
    Interessanterweise hat genau diese Woche der „stern“ auch mal wieder Musliminnen im Fokus😉 Wir armen zwangsverheirateten, gesteinigten, unterdrückten,…

  5. Ich habe mich nicht allzu tief mit diesem Thema beschäftigt, allerdings habe ich den Eindruck, dass das Hauptargument gegen die Burka eher darauf zielt die Rechte der Frauen zu erhöhen, weil gemeint wird, solange kein Verbot besteht, können Frauen gezwungen werden die Burka zu tragen—unter falschen Vorspiegelung einer Freiwilligkeit. (Ich betone, dass ich selbst nicht viel von diesem Argument halte: Man nimmt den Wolf als Schafshüter, um den Fuchs fernzuhalten.)

  6. Ich kenne dieses „Argument“. Dagegen gibt es zwei Einwände:
    1. Mit dem Gesetz zwingt man dann Frauen, die Burka NICHT zu tragen – warum ist dieser Zwang besser als der andere?
    2. Etliche Burkaträgerinnen werden schlicht das Haus gar nicht mehr verlassen. Aber das ist vielleicht ja gerade gewollt.

  7. Es gibt auch Frauen die gezwungen werden als Prostituierte zu arbeiten. Trotzdem gibt es kein Verbot der Prostitution. Es ist sogar ein regulärer Job.

    Zwang ist bei vielen Dingen möglich, aber deshalb werden sie noch lange nicht verboten.
    Die Rechte der Frauen werden mit Füßen getreten.

  8. Wie so häufig mit Grundrechten – andere Juristen verstehen dies am besten – stehen hierbei mindestens zwei mit einander in potentiellem Konflikt.
    Sicher, Religionsfreiheit ist wichtig, aber: Ist dies durch das Recht gegen Geschlechterdiskriminierung nicht mehr als aufgewogen? Welches Wird in stärkerem Maße verletzt, denn: Sind die Burkaträgerinnen wirklich frei in Ihrer Entscheidung – oder müssten Sie nicht vielmehr den „Ehrentod“ durch einen Bruder oder Cousin fürchten, wen Sie am nächsten Tag einen Mini-Rock tragen? Und schließlich: Ist die Religionsausübung nach hM im Islam nicht auch mit „einfachem“ Kopftuch gewährleistet? Sicher kann man unterschiedliche Auffassungen vertreten, nur sollte man die Einzelfallbetrachtung wahren und mit seiner Position keine pauschalen Ängste in irgendeine Richtung schüren (lassen). Und ja – ich bin im Abendland aufgewachsen, und ja – ehrlich gesagt möchte ich, dass die abendländische auch die dominante Kultur bleibt: Die Kultur von sinn und Verstand. Also: Weg mit den Burkas !

  9. Sehe ich nicht so. Wenn eine Frau eine Burka trägt – wessen Grundrechte verletzt sie damit?

  10. … solange sie die freie Wahl hat, statt dessen auch einen Mini-Rock zu tragen – keine Rechtsverletzung.

  11. Eben. Und diese freie Wahl stellt man mit einem solchen Verbot nicht sicher. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass eine Burkaträgerin das Haus dann gar nicht mehr verlässt.

  12. @asma In Deutschland ist es so. In einigen anderen Teilen der Welt, inklusive meiner Schwedischen Heimat, ist die Prostitution aber tatsächlich verboten. Im Falle von Schweden ist das Verbot auch zum großen Teil basierend auf das (zumeist falsche) Argument, Frauen würden hierzu gezwungen, eingeführt worden. Dieses Verbot ist zwar eine absolute Schwachsinnigkeit (und Deine Argumentation ist in Prinzip richtig), aber besteht tut es trotzdem.

    (Schweden ist leider in die Klauen von feministischen Propagandisten und Pseudo-Wissenschaftlerinnen geraten—bis zu dem Punkt, wo versucht wird „Genusperspektive“ auf alles zu legen, inklusive z.B. Mathematik- und Physikunterricht…)

  13. „Sicher, Religionsfreiheit ist wichtig, aber: Ist dies durch das Recht gegen Geschlechterdiskriminierung nicht mehr als aufgewogen?“

    Nein. Schon deshalb nicht, weil man es strikt vermeidet, die vermeintliche Geschlechterdiskriminierung im Einzelfall auch tatsächlich zu belegen. Dann würde nämlich auffallen, daß hierzulande auch diejenigen Frauen vom Ehemann zum Tragen des Gesichtsschleiers gezwungen werden, die gar nicht verheiratet und deren übrige Angehörigen keine Muslime sind. Man müßte sich dann eine andere Sau suchen, die man durch’s Dorf treiben kann.

    „Welches wird in stärkerem Maße verletzt, denn: Sind die Burkaträgerinnen wirklich frei in Ihrer Entscheidung – oder müssten Sie nicht vielmehr den „Ehrentod“ durch einen Bruder oder Cousin fürchten, wenn sie am nächsten Tag einen Mini-Rock tragen?“

    Es gehört nicht viel geistige Frische dazu zu begreifen, daß man einer Frau, die tatsächlich einem solchen Kleiderzwang seitens der Verwandtschaft unterläge, die letzte vorhandene Freiheit nähme, indem man ihr das Verlassen des Hauses unmöglich macht. Daher ist es völlig klar, daß es um alles Mögliche geht, nur nicht um die Rechte dieser Frauen.

    „Und schließlich: Ist die Religionsausübung nach hM im Islam nicht auch mit „einfachem“ Kopftuch gewährleistet?“

    Wer bestimmt das?

    „Sicher kann man unterschiedliche Auffassungen vertreten, nur sollte man die Einzelfallbetrachtung wahren“

    Richtig. Und die obliegt zuallererst der/dem Gläubigen und niemand anders.

    „und mit seiner Position keine pauschalen Ängste in irgendeine Richtung schüren (lassen). Und ja – ich bin im Abendland aufgewachsen, und ja – ehrlich gesagt möchte ich, dass die abendländische auch die dominante Kultur bleibt: Die Kultur von Sinn und Verstand. Also: Weg mit den Burkas !“

    Dumm gelaufen für Dich. Das hätte man sich überlegen müssen, bevor man sich in der sechzigern in Anatolien um billige Arbeitskräfte bemühte.

    Aber Weitsicht war noch nie die Stärke von Politikern. Bei der Diskussion darüber, was denn die „deutsche Leitkultur“ ausmache, sind sie ja bis heute zu keinem Ergebnis gekommen. Infolgedessen ist es auch verfehlt, von Immigranten zu erwarten, daß sie sich an etwas orientieren, was die Einheimischen nicht einmal in verständliche Worte fassen können.

  14. „Es gibt auch Frauen, die gezwungen werden als Prostituierte zu arbeiten. Trotzdem gibt es kein Verbot der Prostitution. Es ist sogar ein regulärer Job.“

    Hier muß man unterscheiden:
    der Zwang zur Prostitution ist in Deutschland sehr wohl strafbar, die Prostitution aber nicht.

    Und das ist auch sehr gut so: denn vor der Legalisation waren die Prostituierten faktisch rechtlos. Seitdem haben sie jederzeit die Möglichkeit, sich in Problemfällen an die Polizei oder andere Behörden zu wenden, ohne deshalb persönliche Nachteile befürchten zu müssen. Sie sollten vor allem Zugang zu einer geregelter Gesundheitsversorgung bekommen und ihr Geld von den Freiern einklagen können.

    „Zwang ist bei vielen Dingen möglich, aber deshalb werden sie noch lange nicht verboten.“

    Es gibt sehr wenige Dinge, zu denen man einen erwachsenen Menschen legal zwingen kann. Nehmen wir ein recht profanes Beispiel: normalerweise wohnt ein Ehepaar zusammen in einer Wohnung. Zwingt ein Partner den anderen jedoch dazu, so ist dieser Zwang Freiheitsberaubung. Die Reihe kann man endlos fortsetzen, bis man zu dem Schluß kommt, daß es per se überhaupt keinen Unterschied macht, jemandem zum Tragen eines Bikinis oder eines Niqabs zu nötigen.

    „Die Rechte der Frauen werden mit Füßen getreten.“

    Ja, sicher. Ich komme aber gerade bei der Überlegung nicht weiter, welche ganz konkreten (verfassungsmäßigen) Rechte einer Person man verletzt, indem man sie zwingt, sich in einer ihrem erklärten Willen widersprechenden Art öffentlich zur Schau zu stellen. Man darf (§§ 22 und 23 KunstUrhG) generell niemanden Fotografieren und die Bilder gegen seinen Willen veröffentlichen. Was ist es aber, wenn man jemandem auf offener Straße seiner Kleidung beraubt (vom Raub selbst abgesehen)?

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