Ausstiegsförderung – oh, oh, Frau Schröder!

Schröders neueste Idee – Kristina, nicht Gerhard: Ausstiegskonzepte für Links- und islamische Extremisten. Nachdem die Dame nun statt als Hinterbänklerin die „Islamexpertin“ zu geben zur Familienministerin gekürt wurde, kommt sie auf die interessantesten Einfälle, um ihre Agenda durchzusetzen. Die teilweise guten Programme zum Ausstieg für Rechtsextrmisten werden dabei vermutlich finanziell gebeutelt, aber das gehört wohl auch zu ihrer Zielrichtung.

Laut einer Pressemitteilung soll eines der Programme für „islamische Extremisten“ von der Alevitischen Gemeinde mitgetragen werden – ein wahrer Hohn, wenn man bedenkt, dass Aleviten wegen ihrer Ablehnung der fünf Säulen keine Muslime sind. Auch sonst sind die hier skizzierten Konzepte mehr als fragwürdig.

Vor allem: sie unterstellt damit, dass solche Aktionen überhaupt erforderlich sind. Das schon würde ich bestreiten. Bei den entsprechenden Angeboten an Rechtsextreme liegt der Idee ja zugrunde, dass etliche der rechtsextremen Vereinigungen Aussteigende verfolgen. Davon kann bei Linksextremisten nicht die Rede sein, und auch bei den hier wohl gemeinten muslimischen Zielgruppen ist das nicht der Fall.

Bei den muslimischen Jugendlichen sollen offensichtlich vor allem Angebote gemacht werden, die diese aus den Moscheen fernhalten – und islamischer Extremist ist ja schon, wer das fünfmalige Beten für Pflicht erklärt.

Schöne Aussichten – na ja, was anderes hatte ich von der Dame auch nicht erwartet.

4 Antworten

  1. Anne Roth hat sich zu diesem Schröderschen Einfall auch etwas gedacht – ich musste bei ihren Formulierungen trotz des an und für sich traurigen Projektes mal wieder lachen:
    http://annalist.noblogs.org/post/2010/07/03/daniel-22-berlin-neuk-lln-will-kein-linksextremer-mehr-sein

  2. Natürlich hat Frau Extremismusministerin Schröder Schlagseite, und die hier aufgelegten neuen Programme haben sie auch.

    Trotzdem. 2 Millionen sind Peanuts. Sie gehen – laut PM – nicht zu Lasten der entsprechenden Angebote nach rechts. Im übrigen finde ich es nicht besonders aufregend, wenn man sich im liberalen Deutschland kritisch verhält gegenüber linken und gegenüber islamistischen Extremen. Das tu ich ja auch.

    Freilich würde ich Frau Schröder empfehlen, öfter mal PI zu besuchen und die rechtspopulistische Szene zu beobachten. Da wäre ein staatlich gestütztes Contra-Programm eher am Platze. Von hier aus wirkt der Rechtsextremismus hinein in die politische Mitte – und DAS ist für die Demokratie gefährlich, nicht der ohnehin hoffungslos isolierte fundamentalistische Islamismus oder der Linkspopulismus.

    Alles in allem sehe ich Schröders vier Pseudo-Programme als taktische Manöver. Die CDU ist in Integrationsfragen entschlossen in die politische Mitte gerückt (also nach links). Irgendwas muss sie nun tatsächlich unternehmen, um ihre dadurch frustrierten Rechtswähler bei der Stange zu halten. Wenn das nur 2 Millionen Mäuse kostet und ohnehin ins Leere laufen wird, quittiere ich das mit einem wissenden Lächeln.

    Petra Paus „Interesse“ gibt die richtige – humorvolle – Antwort auf K. Schröders harmlose „Programme“.

  3. […] Mit einem Modellprojekt gegen extremistischen Islamismus? Veröffentlicht am 5. Juli 2010 von InitiativGruppe (Bx – angeregt von Alien in Europe) […]

  4. Leo, das findest du spätestns dann nicht mehr lustig, wenn du in Bayern in den öffentlichen Dienst willst und in Frau Paus Partei bist – dann wirst du nämlich gem. Radikalenerlasses aussortiert.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: