Warum musste Ibrahim Bilgen sterben?

Wer? mag man da fragen. Sein Name steht auf der Liste der Ermordeten von der Mavi Marmara, für die gestern in der Fatih Moschee in Istanbul das Totengebet gelesen wurde. Auch er wurde erschossen, wie alle bisher freigegebenen Opfer. Ein 61jähriger Ingenieur aus Siirt. War er so gefährlich, dass man ihn einfach abschießen musste? Oder was ist da schiefgegangen?

Eine Variante wäre, der israelischen Version zufolge, dass die IDF-Soldaten so verängstigt waren, dass sie um sich schossen. Dabei scheinen sie aber noch recht treffsicher gewesen zu sein.

Man könnte aber auch auf andere Ideen kommen. Wie zum Beispiel Raed Salah.

Noch Stunden nach dem Überfall auf die Mavi Marmara hielt sich hartnäckig das Gerücht, er sei, auch als Passagier auf der Mavi Marmara, erschossen worden, oder zumindest schwer verletzt, mit einer Kopfwunde. Tatsächlich hat er aber, soweit mir bekannt weitgehend unversehrt, überlebt. Der tote Ibrahim Bilgen jedoch mag durchaus für ihn gehalten worden sein. Der Tote? Oder auch schon der Lebende? Raed Salah hat die Vermutung geäußert, der Schuss wäre für ihn bestimmt gewesen – gezielt.

Auch Ali Abuminah berichtet darüber, er hat auch die kurzen Aufnahmen, auf denen ein Heftchen zu sehen ist, in dem sich Photos und Namen bestimmter an Bord befindlicher Personen befunden haben sollen und das die IDF-Männer dabeihatten.

Beweisen kann das derzeit – noch – keiner. Aber die beiden Bilder dieser Männer nebeneinander machen mich wirklich sehr, sehr nachdenklich. Die ballistische Untersuchung, so heißt es, wird sich leider noch hinziehen.

Und auch andere Augenzeugen sprechen von vorsätzlichem Mord an den Opfern – wozu die Kopfschüsse ja gut passen:

Two Swedes aboard the aid flotilla intercepted by Israeli forces this week said they had witnessed “premeditated murder.”

“We were witnesses to premeditated murders,” historian Mattias Gardell told Swedish public radio Thursday upon arrival in Istanbul.

“This was a military attack on a humanitarian aid operation far out in international waters,” said Gardell, a Swedish activist who was on the Mavi Marmara along with his wife, fellow historian Edda Manga, during the attack. “It was a very surprising and aggressive overreaction by Israel.”

Kuwait citizen Ali Buhamd said he saw a wounded Turkish citizen getting shot in the head. “The soldiers also left another Turk to bleed to death despite [his] calls for help,” he added.

In letzterem Artikel wird auch erneut darauf hin gewiesen, dass noch immer Menschen vermisst werden.

“We have a longer list. There are still people who are missing,” Bülent Yıldırım, the head of the Humanitarian Relief Foundation, or İHH, one of the main organizers of the flotilla, told reporters at Istanbul’s Atatürk Airport. “Our doctors handed over to Israel 38 people who were injured, but they told us there were only 21 injured when we were returning.”

Und so ist mein Herz bei den Familien der Getöteten und bei denen, die noch immer in Ungewissheit warten.

Eine Antwort

  1. […] auf denen ein Teil der Anwesenden mit Photos zu sehen war. Auch Raed Salah. Daher erhält die Vermutung, man hätte es auf Salah abgesehen, durch den heutigen Haaretz-Artikel durchaus neue […]

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