Eine Flotte für Gaza

Sie ist unterwegs, die Flotte für Gaza. Neun, eventuell zehn Schiffe, beladen mit mehr als 10.000 Tonnen Hilfsgütern und Notwendigkeiten wie Zement, die über das Mittelmeer die Küste Gazas ansteuern.

Die Fracht wurde aus Spenden bezahlt, begleitet werden die Schiffe von einer Vielzahl Helfern, Politikern, aber auch Prominenten. Unter den Politikern befinden sich auch zwei Abgeordnete der deutschen LINKEN, Annette Grothe und Inge Höger, unter den Prominenten der schwedische Schriftsteller Henning Mankell.

Ziel ist es, auf diesem Weg dringend benötigte Waren in den durch die Blockade Israels und Ägyptens abgeschnittenen Gazastreifen zu bringen – vor allem solche, die aus welchen Gründen auch immer nicht über die Grenze gelassen werden. Dazu gehört vor allem auch Baumaterial, dessen Fehlen verhindert, dass die Schäden aus dem Krieg im Winter 2008/2009 repariert werden könnten. Bisherige Reparaturarbeiten konnten nur soweit geleistet werden, wie Material durch die Tunnel geschmuggelt wurde – und die westlichen Hilfsorganisationen weigern sich, dies zu verwenden. So waren bislang  Organisationen wie Islamic Relief, Qatar Red Crescent, Qatar Charity, Human Appeal International, Al Rahma Charity Association, Mercy Malaysia und Muslim Hands erfolgreicher bei Wiederaufbaumaßnahmen, da sie sich nicht selbst durch die Ablehnung vorhandener Materialien behindern.

Meinen letzten Informationen nach soll die kleine Flotte etwa am 27. Mai in den Gewässern Gazas eintreffen. Israel beabsichtigt offensichtlich, dies zu verhindern, warnt ausländische Regierungen, ihren Staatsbürgern und Politikern die Teilnahme zu erlauben, und übergeht dabei völlig die Tatsache, dass hier Gaza über internationale Gewässer angesteuert wird, wo ein Aufhalten der Schiffe oder – wie 2009 geschehen – Aufbringen ein Akt von Piraterie, entgegen jedem internationalen Recht wäre. Der Direktor für europäische Angelegenheiten im israelischen Außenministerium Naor Gilon sagte, Israel werde alle europäischen Bürger stoppen, die versuchen sollten, die Küste Gazas zu erreichen. Eine solche Mission sei provokant und verletze israelische Gesetze. Ich frage mich, welche dort auf hoher See gelten sollen, die hier betroffen sein könnten.

Ich verfolge die Reise über Twitter von FreeGaza – hoffend und betend, dass sie gut ankommen werden.

Eine Antwort

  1. Unglaublich und bitter: Abbas soll Ägypten und die Türkei zur Behinderung der Flotille aufgefordert haben, Ägypten ebenfalls einen Brief in die Türkei gesendet, man möge die Schiffe nicht auslaufen lassen.

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