Schleichende Entrechtung

Wie zu befürchten war, wird die schleichende Entrechtung muslimischer Frauen im Westen weiter verschärft, in kleinen Schritten, um keinen wirksamen Widerstand zu provozieren.

Quebec – ausgerechnet im freien Kanada – macht den Vorreiter bei der neuen Runde.

Legislation unveiled by the provincial Liberal government on Wednesday would refuse education, day care and nonemergency healthcare to women wearing full face veils. The law would also apply to those working in the public sector.

Keine Bildung, keine Tagesstätte für die Kinder, keine Gesundheitsfürsorge mehr – und natürlich keine Arbeit.

Sollten die französischen Pläne durchgesetzt werden, würde es für die betroffenen Frauen noch schlimmer. Zwar wurde jetzt festgestellt, dass ein Komplettverbot, das den Frauen jeglichen Ausgang verboten hätte, wohl nicht rechtlich machbar sein würde, jedoch:

Der Staatsrat erklärte, möglich sei ein Verbot, in bestimmten Situationen das Gesicht zu verschleiern. Dies gelte unter anderem, wenn die öffentliche Sicherheit betroffen sei, in Wahllokalen oder wenn Mütter ihre Kinder von der Schule abholen wollten. Premierminister François Fillon hatte den Staatsrat beauftragt, die rechtlichen Möglichkeiten eines Burka-Verbots auszuloten. Eine Parlamentskommission hat kürzlich empfohlen, das Tragen von Ganzkörperschleiern in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern sowie in Bussen und Bahnen zu verbieten.

In Frankreich dürften diese Muslimas dann keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. Ob man ihnen das Autofahren auch noch verbieten würde, steht wohl noch nicht fest – versucht wird es bestimmt.

Alles im Namen der sogenannten Freiheit.

Update:

In Belgien billigte der Innenausschuss der Abgeordnetenkammer nun ein Anti-Burka-Gesetz einstimmig, das nun zur Vorlage ins Parlament kommt. Dieses Gesetz sieht ein völliges Schleierverbot in der Öffentlichkeit vor. Also: Hausarrest für die Muslimas, die ohne Schleier nicht auf die Straße gehen würden. Andernfalls drohen ihnen nach diesem Gesetzentwurf Geld- oder auch Haftstrafen.

Lebenslänglich für Muslimas….

5 Antworten

  1. Wenn die das Autofahren für diese Muslimas auch verbieten, sind wir ja in Saudi-Arabien. Wobei ich glaube, die haben das vor einiger Zeit abgeschafft… Freies Europa!

    Ich werde Deinen Blog auch verlinken.

  2. Du hast meinen Seitenhieb mit dem Autofahren schon richtig verstanden😉

  3. Wir sind insoweit einer Meinung, als auch ich erstens das Burkaproblem für kein echtes Problem halte, sondern für einen Vorwand (aufgrund der Seltenheit des Vorkommnisses), zweitens es grundsätzlich problematisch ist, rechtliche Kleidervorschriften gegen Minderheiten zu machen.

    Die andere Seite aber sollten wir darüber nicht vergessen: Ich könnte mir vorstellen, dass auch Muslime wie du in einem Land, das nach ihren Vorstellungen funktioniert, gewisse Anforderungen an die Kleidung in der Öffentlichkeit stellen werden. Nicht jede Art der Entblößung würdest du dulden, nicht wahr?

    Zu den Dingen, die mich stören, gehört es durchaus, dass Männer und Frauen, die meinen, dass frau mit Burka zum Einkaufen gehen, andernfalls aber zu Hause bleiben muss, unbedingt in einem Land wie Deutschland, Belgien oder Frankreich leben wollen.

    Das ist kein Grund für mich, deshalb ein Burkaverbot zu befürworten. Aber persönlich würde ich einem perversen Typen, der die Burka IN DEUTSCHLAND für seine Frau verlangt, schon sagen, dass mein Land wohl nicht der richtige Ort dafür ist:

    Das Gesicht in der Öffentlichkeit zu verstecken – nicht als Faschingsvergnügen oder auf der Bühne, sondern als Prinzip – das ist, so denke ich, mit unserer Kultur kaum vereinbar. Genauso wenig wie man splitternackt im Supermarkt einkaufen kann. Manche Dinge gehen halt nicht.

  4. Hier kann ich durchaus engste Jeans oder auch Miniröcke sehen …. frag nicht nach Aqaba.

    Das aber: „Zu den Dingen, die mich stören, gehört es durchaus, dass Männer und Frauen, die meinen, dass frau mit Burka zum Einkaufen gehen, andernfalls aber zu Hause bleiben muss, unbedingt in einem Land wie Deutschland, Belgien oder Frankreich leben wollen. “ enttäuscht mich. Was sollen Frauen wie ich manchen, wenn sie nicht – wie ich jetzt, alhamdulillah – die Möglichkeit haben, auszuwandern? Du erklärst damit AUCH deutschen Muslima, dass sie in ihrem Geburtsland deiner Meinung nach nichts verloren haben, wenn sie sich nicht an DEINE Vorstellung halten, wie man sich nicht anzuziehen hat. Die Bemerkung „perverser Typ“ nehme ich echt übel.

  5. Sorry, aber kategorisch in der Öffentlichkeit sein Gesicht zu verbergen – ist ziemlich anti-sozial, findest du nicht?

    Vieles ist anti-sozial, was wir dulden – und dulden sollten. Es gibt keinen Grund, immer gleich auszuflippen, wenn sich Menschen kategorisch sozialen Konventionen verweigern. Man kann das pragmatisch-gelassen sehen und fragen: Wie groß ist der Schaden?

    Bei der Burka ist der Schaden nicht groß – solange sie eine seltene Ausnahme bleibt.

    Aber anti-sozial und unmenschlich ist sie – in einer Weise, die wir in unserer Kultur als abartig empfinden. Gerade WEIL ich gegen ein Burka-Verbot bin, erlaube ich es mir, das auszusprechen.

    Man kann sich in Deutschland persönlich dafür entscheiden, sich selbst aus der Gesellschaft auszuschließen. Solange damit niemand anderes besonders geschädigt wird, sollte das kein Problem sein. Also: Wer meint, mit Burka/Niqab herumlaufen zu müssen, soll das tun und wird das tun. Und ich werde entschieden dagegen auftreten, wenn jemand glaubt, das verbieten zu müssen.

    Aber dass ich es trotzdem für befremdlich halte, Niqab oder Burka seiner Umwelt zuzumuten, ist meine private Sache, und das Recht nehme ich mir schon auch.

    Und wenn ein Ehemann es fordern würde – gegen den Willen seiner Frau, dann wäre es mehr als befremdlich. Dann wäre der Ehemann …

    Na, wie würdest du einen Ehemann nennen, der seine Frau dazu zwingt, nur und ausschließlich im Bikini im Supermarkt einzukaufen?

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