Beendet die Blockade Gazas!

Auf seinem blog bei medico international schreibt Tsafrir Cohen über den Aufruf von 80 Organisationen, die Blockade Gazas zu beenden.

Er beschreibt einen Teil der Folgen der Belagerung:

Angesichts wachsender Arbeitslosigkeit und Armutsraten steht die Gazaer Wirtschaft kurz vor dem Zusammenbruch, sagen die Organisationen. Dies wird lang anhaltende negative Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Menschen haben. Auch die Umweltschäden wachsen. Das gilt für die Wasserqualität, für das Abwassersystem und für die Müllentsorgung – etwa von medizinischen Abfällen.

Der Mangel an Baumaterialien als Folge der Blockade beeinträchtigt auch notwendige Gesundheitsdienste: Der neue Flügel des Gazaer Zentralkrankenhauses Al-Shifa‘ bleibt unvollendet seit 2006. Krankenhäuser und Basisgesundheitskliniken, die während der Angriffe beschädigt wurden, können noch immer nicht wiederaufgebaut werden, weil die hierfür notwendigen Materialien nicht eingeführt werden dürfen. Während der Operation „Gegossenes Blei“ wurden 15 der 27 Krankenhäuser und 43 der 110 Tageskliniken im Gazastreifen beschädigt oder zerstört.

Während Medikamente und andere medizinischen Güter in der Regel in den Gazastreifen eingeführt werden können, müssen Röntgengeräte oder elektronische Medizingeräte und Ersatzteile häufig draußen bleiben. Medizingeräte sind daher oft außer Betrieb oder veraltet.

Das Gesundheitspersonal ist seit Jahren von der Außenwelt isoliert. Schon seit dem Jahr 2000 – also lange vor der Machtübernahme der Hamas – konnten nur wenige Ärzte, Krankenschwestern oder Laboranten den Gazastreifen verlassen, um sich weiterzubilden. Das vermindert ihre Fähigkeit, gute Gesundheitsdienste anzubieten.

Viele spezialisierte Dienste, etwa komplexe Herzoperationen oder Krebsbehandlungen

können nicht vor Ort vollzogen werden. Deshalb müssen Patienten in Krankenhäuser außerhalb des Gazastreifens überwiesen werden. Doch vielen Patienten wird die Ausreise verweigert, oder diese wird verspätet genehmigt. Etliche Patienten sind als Folge dieser Politik gestorben (Siehe dazu auch Blog vom 22.09.2008: „Wenn Gesundheit als Geisel genommen wird. Wie der israelische Inlandsgeheimdienst -Shin Bet – palästinensische Patienten aus Gaza vernimmt und erpresst“ – ein Bericht des medico-Partners Ärzte für Menschenrechte – Israel).Tony Laurance, Leiter der Weltgesundheitsorganisation in den besetzten Gebieten stellte fest, dass ein effektives Gesundheitssystem nicht in der Isolation aufrechterhalten werden kann. Offene Grenzen seien notwendig, um die Gesundheit der 1,4 Millionen Gazaer, 750.000 hiervon Kinder, sicherzustellen.

Medico international, zusammen mit den über 80 anderen internationalen Mitgliedsorganisationen der AIDA glauben, dass die israelische Regierung die rechtliche Pflicht hat, den Menschen im Gazastreifen das Recht auf Gesundheit zu garantieren. Die Übergänge müssen wieder geöffnet werden!

Das ist die eine Seite. Die andere sind die Mängel im Erziehungswesen, wo Kinder mangels Schulen und Schulmaterial nur schlecht unterrichtet werden können, was Langzeitfolgen hat.

Weit schlimmer dürften die Langzeitfolgen sein: von Krieg, Angst und Verlust traumatisierte Kinder, die ohne Hoffnung heranwachsen. Wer will das verantworten?

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