Bloggereien

Heute verkündete der „Politblogger“ auf seiner Site, dass diese nunmehr den zweiten Geburtstag feiere. Soll ich ihm dazu gratulieren? Direkt kann ich es ja nicht, da ich zu den 71 Schreibern gehöre, die dort permanent gesperrt sind. Allerdings nicht, weil ich jemanden beleidigt hätte, sondern weil ich hier ein für seinen Geschmack „falsches“ Video veröffentlichte – über eine Pro-Gaza-Demonstration. Kam ihm recht, er mag eh keine richtigen Muslime, die auch noch so frech sind, den Mund aufzumachen. Wenn jemand die Islamkritiker kritisiert, dann er und seine Mannen.

Warum sollte ich ihm dann gratulieren? Einerseits ist sein Projekt, trotz seiner unmöglichen Art, das Forum zu leiten, ein Erfolg, wenn man sich die von ihm auch immer großzügig veröffentlichten Zahlen ansieht. Das verdient Respekt. Andererseits freut es mich, wenn sich manche Leute über seine Artikel ärgern, siehe Frau Köhler oder Frau Ahadi – von den Pipifanten mal ganz abgesehen. Was letztere und ihren Boss angeht, überlasse ich ihm daher gerne das Feld – diese Typen finden bei mir nur noch am Rande Erwähnung, ich suche mir den Stoff für meine Artikel hauptsächlich anderweitig.

Eigentlich muss ich mich ja noch bei ihm bedanken. Da er mir einen Maulkorb verpasste, war ich gezwungen, meinen eigenen blog aufzumachen, um meine Meinung unzensiert veröffentlichen zu können.

Also, PB, hübsch weitermachen, aber versuch doch mal, deine Kommentatoren nicht so zu schikanieren.

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Direkt aus Gaza

Einer der Teilnehmer am Konvoi nach Gaza berichtet über seine Eindrücke – ich übernehme den größten Teil des Berichts, weil man das sonst so kaum findet:

Trotz der Hindernisse der ägyptischen Behörden, die unter anderem die Einreise des Hilfskonvois verboten hatten und die rund 220 Fahrzeuge auf eine Genehmigung am Hafen warten ließen, konnte der Hilfskonvoi endlich in den Gaza-Streifen gelangen. Die vom Konvoi mitgebrachten Hilfsmittel wie Medikamente, Rollstühle und vieles mehr seien Regierungsfunktionären und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen übergeben worden.

So erfreulich die Nachricht ist, dass die mitgebrachten Hilfsmittel die Not der leidenden Palästinenser ein wenig lindern kann, so erschütternd sind dennoch die Berichte der Teilnehmer des Gaza-Freiheitsmarsches. 

Beispielsweise wird über die Samuli-Familie berichtet, bei der 28 Mitglieder lebendig in den Trümmern ihres Hauses begraben wurden. Das Fatale ist jedoch, dass den traumatisierten Menschen in Gaza eine psychologische Unterstützung kaum möglich ist. 45. 000 Menschen stehen auf der Warteliste des Mental Health Zentrum, das Kinder mit Kriegstraumata therapiert. Die Bilder, die die Kinder malen hätten sie erschreckt, erzählt eine Aktivistin aus Sydney: Zerfetzte Körper, aus denen Blut spritzt oder ein übergroßes Auge, das Tränen aus Blut weint. 

Vielen Aktivisten, die in Gaza waren, ist der Mangel an Kinderschuhen aufgefallen. Überall würden Kinder barfuß durch die Kälte laufen oder durch die Trümmer klettern.

Eine andere Aktivistin berichtet darüber, dass das eigentliche Problem das Importverbot für Ersatzteile und Software für medizinische Geräte sei, obschon Medikamente vorhanden seien. Oft müsse mit lebensgefährlichen und defekten Apparaturen operiert werden. 

Besonders ergreifend sei der Empfang für vier Rabbis der orthodoxen Neturei-Karta-Bewegung gewesen, die der Buskonvoi irgendwo an der Straße im Sinai aufgelesen hatte, berichten Augenzeugen. „Wir, und sicherlich auch die von der Hamas kontrollierte Polizei, die die ganze Zeit ein strenges Auge auf uns hatte, waren zunächst ziemlich besorgt um die Sicherheit der Rabbis“, erzählt eine amerikanische Teilnehmerin. „Aber die Leute haben sie mit Begeisterung empfangen, haben sie umarmt und geküsst. Die Kinder haben sich ein Vergnügen daraus gemacht, mit den Locken der Rabbis zu spielen. Überall wo wir mit ihnen hinkamen, wurde ihnen der Ehrenplatz zugewiesen. Es gibt wohl kaum einen besseren Beweis, dass ein zusammenleben zwischen Juden und Palästinensern möglich ist“, berichtet die Amerikanerin.
Viele Friedensaktivisten seien zudem erstaunt über das hohe Bildungsniveau der Menschen. „Ich habe einem Polizisten, der mich begleitet hat gesagt, ich komme aus England und er begann englische Gedichte zu zitieren“, erzählt ein älterer Mann. Ein Student aus New York, der seinen 22. Geburtstag in Gaza feierte, erzählt, die Menschen wollten lernen und Bildung sei ihre einzige Hoffnung. Viele hätten Stipendien für amerikanische oder europäische Universitäten, aber sie könnten wegen der Blockade nicht ausreisen. „Ich werde keine Ruhe geben, bis meine neuen Freunde genauso frei durch die Welt reisen dürfen, wie ich“, erklärte der Student.

Ein Kanadier berichtet des Weiteren, er hätte einer Familie, die in Trümmern lebte, gesammelte Spenden geben wollen. Doch sie hätten konsequent abgelehnt. Schließlich hätte er kleine Beträge an die Kinder verteilt, so wie es in der arabischen Welt beim Zuckerfest am Ende des Ramadan Tradition ist.

Was eben auch hier wieder besonders hervorsticht: der Notstand auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung. Israel mag derzeit nur wenig Menschen direkt töten – indirekt dafür aber um so mehr. Gestern sah ich noch dazu Bilder über die Auswirkungen der israelischen Waffen auf Neugeborene – kaum zum Aushalten. Und das setzt sich fort….