Nach Gaza fahren oder nicht nach Gaza fahren?

Die ägyptische Regierung hat inzwischen erlaubt, dass zwei Busse nach Gaza fahren dürfen. Einige der in Kairo aufgehaltenen 1400 Demonstranten haben sich darauf eingelassen. Damit können wohl auch ein Teil der von dieser Seite mitgeführten Hilfsgüter nach Gaza gelangen, aber es führt auch zu einer Spaltung der Angereisten, von denen einige versucht haben, die Abfahrt dieser beiden Busse zu verhindern. Kairo gibt sich alle Mühe, die ursprünglich geplante Demonstration zu verhindern, so oder so.

Im Tagesspiegel erschien ein Interview mit einer Teilnehmerin – die Presse hält sich immer noch sehr zurück, ich suche hier und dorten ….

Vorgängig wurden mehrere Hundert Menschenrechtsaktivisten an der Einreise in den Gazastreifen gehindert. Die Busse wurden gestoppt und mussten nach Kairo zurückkehren. Wie wurden Sie von den ägyptischen Polizisten behandelt?
Ich war nicht unter den Aktivisten, die versucht haben, die Grenze individuell zu erreichen, sondern bin mit einem Grossteil der Leute in Kairo geblieben. Immer wieder sind kleinere, individuelle Gruppen gestartet, von denen jedoch keine Erfolg hatte und bis nach Gaza kam. Soviel ich weiss, stehen oder standen gewisse Leute in El Arish unter Hausarrest. Grundsätzlich ist die Militär-, Polizei- und Geheimdienstpräsenz bei den Aktionen, die hier in Kairo stattfinden, sehr gross. Es wird versucht, grössere Ansammlungen von Aktivisten einzuschüchtern, gewalttätig eingegriffen wurde bisher nicht. Offiziell sind momentan Ansammlungen von mehr als 6 Personen verboten.

Wie ist die Stimmung unter den Aktivisten? Ist es friedlich, oder sind auch militante Vertreter darunter?
Ich glaube, viele Aktivisten sind momentan sehr frustriert, die Kommunikation unter so vielen Leuten ist enorm schwierig, die Interessen und der Grad an Radikalität äusserst unterschiedlich. Rund 300 Franzosen von Europalestine haben die franzäsische Botschaft besetzt, nachdem ihnen am 27. Dezember Busse versprochen wurden, was aber nicht geklappt hat.

Die Weltöffentlichkeit schweigt.

Über die Motive Mubaraks fand ich auf einem anderen blog einen Artikel:

Das mag ja sein. Allerdings, Stuart Littlewood sieht da noch andere Gründe – so ungefähr 48,76 Milliarden. Auf diese Summe belaufen sich die Zahlungen der USA an Mubarak, diesmal ohne Bedingungen, wohl, weil er im letzten Jahr so brav war. Ob er damit auch die Stahlwände bezahlt, mit denen er jetzt die Grenze dicht macht und selbst die Tunnel sperren will?

Der Verrat an Palästina wird wohl gut bezahlt.

Dazu passt auch dies:

Ägyptische Mauer an der Grenze zum Gaza-Streifen

Israels Medien zitieren die lobenden Äußerungen des ägyptischen Außenministers Ahmed Aboul Gheit, der Netanjahu bescheinigte, ernsthaft an einer Wiederaufnahme der seit über einem Jahr brachliegenden Friedensgespräche mit den Palästinensern interessiert zu sein. Ägyptens Außenminister verteidigte nach dem Treffen mit Netanjahu nach Angaben des israelischen Rundfunks die Entscheidung Kairos, an der Grenze zum Gaza-Streifen eine mehrere Kilometer lange stählerne Mauer zu errichen, die Schätzungen zufolge bis zu 30 Meter tief verlegt werden soll, um die Versorgungs- und Schmuggeltunnel in den Gaza-Streifen abzutrennen. Dies berühre die Sicherheit Ägyptens, deren Geheimnisse nicht preis gegeben werden dürften, so der ägyptische Außenminister.

Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Einer der Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen, die Ägypten nun blockieren will. ]
Die im Gaza-Streifen herrschende Hamas beschuldigte daraufhin Ägypten, sich an der israelischen Blockade des Küstenstreifens zu beteiligen. Der Vorwurf treffe zu, erklärten Teilnehmer einer von der Hamas organisieren Demonstration in Rafah im Süden des Gaza-Streifens: „Das palästinensische Volk, vor allem in Gaza, stirbt jeden Tag, lebt unter Blockade und ist abgetrennt von Nahrung und Medizin. Jede Minute stehen wir unter der Gefahr von Luftangriffen und Zerstörungen – wir leiden unter einem langen, schmutzigen Krieg. Diese Mauer, die jetzt entsteht, stranguliert uns weiter. Diese Demonstration soll der ägyptischen Regierung zeigen, dass sie nicht Partner dieser Blockade werden soll.“

Update:

Al-Jazeera wiederum meldet, das Angebot der ägyptischen Regierung, 100 Leute mit zwei Bussen nach Gaza reisen zu lassen, sei abgelehnt worden. Ich kann jetzt nicht nachprüfen, welcher Bericht stimmt, bzw. neuer ist.

March organisers had called the Egyptian government’s concession a „partial victory“ but said the offer was not sufficient.

Ali Abunimah, co-founder of the Electronic Intifada and a participant in the march, posted to his blog, saying that „it’s not enough and the pressure and protests should be kept up“.

„However, getting 100 or 1,300 into Gaza does not end the siege by itself. This is not about getting some or even all into Gaza, its building global support and pressure to end the siege of Gaza,“ he said.

Roqayah Chamseddine, a US student attending the march, told Al Jazeera: „Our mission is not to be divided and sending only 100 of over 1,300 would be doing just that.

„For anyone to claim that Egypt was doing us a favour by offering to allow 100 GFM members to go is asinine and baseless.

„Those borders must be opened and as long as Egypt continues to seemingly aid Israel in subjugating the people of Palestine we will also continue to resist an protest.“

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