Schweiz und die Folgen?(2)

Nein, es muss nichts mit der Anti-Minarett-Entscheidung in der Schweiz zu tun haben, dass der Islamrat ein Päckchen bekam, Inhalt: ein Schweineohr (echt) und einen Brief von Michel Friedmann (gefälscht). Beleidigende Briefe, Zeichnungen, emails etc. bekommt der Islamrat nicht erst seit zwei Wochen. Bislang hat man die wohl einfach in die runde Ablage entsorgt, weil das die Absender sicher am Meisten ärgert. Hier allerdings entschloss sich Ali Kizilkaya, mit moderaten Worten wie bei ihm üblich, doch zur Anzeige bei der Polizei und dem Gang an die Öffentlichkeit (letzteres nehme ich an, woher sollte die Presse es sonst wissen?).

Die Welt berichtet:

In einem in dem Paket liegenden Schreiben wurde Kizilkaya zufolge das Schweineohr als „kostbare Reliquie aller Muslime“ und ein Stück vom Propheten bezeichnet. Darunter habe gestanden: „Grüße von Michel Friedman – Juden in Deutschland“.

Kizilkaya sagte, das Paket sei natürlich nicht wirklich vom früheren Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland geschickt worden. Möglicherweise wolle der tatsächliche Absender nicht nur „die Muslime beleidigen“, sondern auch einen muslimisch-jüdischen Zwist auslösen. Beides sei „schlimm“.

Da kann ich ihm nur zustimmen. Jedoch, wer auch immer sich das hat einfallen lassen, war dumm genug, zwei in der islamophoben Szene umlaufende Gerüchte zu glauben:

1. Muslime und Juden hassen sich per se und glauben alles voneinander. Tja, PG – Pech gehabt. Islamrat und ZdJ sollen sogar miteinander reden, stellt euch das vor!

Im Ernst, eine dümmere Idee als diese lässt sich kaum finden, wenn man da Unfrieden stiften will. Aber es passt zur Denkweise, die im Dunstkreis von PI & Co. gepflegt wird.

2. Dort meinen die Idioten, dass, weil für Muslime das Schwein als unrein gilt, alles für immer unbenutzbar sein, was mit Schwein oder dessen Blut in Berührung gekommen sei. Deshalb träumen in den Kommentarbereichen Tastaturhelden davon, Schweineblut oder Ähnliches auf Moscheen oder deren Baustellen zu sprühen. Falsch gedacht – es gibt Sand und Wasser und alles kann gereinigt werden. Ergo: alles kein ausreichendes Mittel, um uns zu vertreiben.

Jetzt könnte man natürlich sagen, ok, dann war das ja nicht so schlimm mit dem Päckchen. War es auch nicht, wie beschrieben, untauglicher Versuch. Aber: doch etwas mehr als nur Geplapper. Und auch nicht der einzige Fall in der letzten Zeit, mit sich steigernder Intensität. Eine Anzeige – wobei ich an der Aufklärung der Urheberschaft zweifele – war sicher angebracht, da zu befürchten steht, es könnte mal mehr sein als nur das Ohr eines armen Schweins.

Warum allerdings die „WELT“ meint, das Wort Islamophobie in Anführungszeichen setzen zu müssen, könnte mir mal jemand erklären. Haben die es noch nicht kapiert?

2 Antworten

  1. Ist auch extrem glaubwürdig, dass Juden ein abgeschnittenes Schweineohr verschicken würden…

  2. Eben. Aber es zeigt doch die „Intelligenz“ des Absenders….

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