Schweiz und die Folgen? (3)

Auch hier scheinen die Nachbarn der Schweiz Morgenwind zu wittern – nur sind es leider nicht lediglich ein paar senfbraune Rechtsaußengrüppchen, sondern hier spricht ein Regierungsmitglied, nämlich der französische Minister Eric Besson:

Der französische Einwanderungsminister Eric Besson will «konkrete Maßnahmen» gegen das Tragen islamischer Ganzkörperschleier ergreifen. Er setze sich dafür ein, dass Trägerinnen solcher Gewänder die Staatsbürgerschaft oder die langfristige Aufenthaltserlaubnis verweigert werden könne, sagte Besson am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss, der sich mit einem möglichen Verbot der Ganzkörperschleier befasst. Ein entsprechendes Verbot erscheine ihm unausweichlich, sagte er. Das Tragen des kompletten Schleiers müsse systematisch als Beweis unzureichender Integration in die französische Gesellschaft angesehen werden und stelle somit ein Hindernis für die Erlangung der Staatsbürgerschaft dar. Besson sagte, er sei bereit, eine entsprechende Vorlage ins Parlament einzubringen.

Was ist der Mann? Einwanderungsminister? Oh weh.

Das Kopftuchverbot für Schülerinnen, das die Mädchen aus den Schulen trieb, war schlimm genug. Jetzt noch ein solches Gesetz – Frankreich zeigt sehr deutlich, was es von Freiheit für Muslimas hält: nichts.

Gut, die Zahl der Betroffenen wird sich, solange es sich nur um wirkliche Verschleierung, also auch Gesichtsverhüllung, handelt, in Grenzen halten. Laut Aussagen französischer Muslim-Organisationen soll es nur ca. 300 – 400 Frauen geben, die auch das Gesicht in der Öffentlichkeit verschleiern. Das perfide ist jedoch, dass sowohl Kopftuch als auch Schleier im Französischen oft mit „voile“  bezeichnet werden. Ich müsste mich mal auf die Suche nach dem Original machen.

Wie gering auch immer die Anzahl der direkt Betroffenen sein mag, es ist wie mit den Minaretten: es geht vor allem um „Muslim-raus“-Aktionismus.

2 Antworten

  1. Kommentiere mich mal wieder selbst, weil ich hierzu nicht noch einen Artikel einstellen will.
    Hilal Sezgin schreibt in der SZ einen längeren Kommentar über Minarette, Kopftücher und die „Angst“ davor. Abgesehen von der sehr guten Darstellung am Anfang, wo sie beschreibt, wie kopftuchtragende Mädchen nicht von den Tüchern, sondern von der nichtmuslimischen Umwelt unterdrückt werden, fiel mir vor allem der letzte Absatz auf:
    „Einmal unterstellt, dass Islamfeindlichkeit kein Phänomen ohne Vorgänger und ohne Wurzeln ist, sondern die aktuelle Erscheinungsform dessen, was bis vor wenigen Jahren schlicht Ausländerfeindlichkeit hieß – dann sollten wir an Deutschlands letzte fremdenfeindliche Phase denken. Zu Beginn der 1990er Jahre hatte man nicht „Angst vor Islamisierung“, sondern „Angst vor Überfremdung“. Die Medien sprachen von Asylantenfluten und Flüchtlingsströmen. Nazis belagerten tagelang Migrantenwohn- und Flüchtlingsheime in Rostock und Hoyerswerda. Die Gesetzgeber nutzten die Stimmung für eine Grundgesetzänderung, das dem von sicheren Drittstaaten allseits geschützten Deutschland seither beschämend niedrige Asylbewerberzahlen beschert. Sobald die populistische Rede von der Angst der Massen allgemeine Zustimmung gefunden hat, bereitet sie den Weg für dubiose Gesetze und schlimmstenfalls sogar für rechte Schläger. Auch das sollte bedenken, wer den Ruf nach Minarett- und Kopftuchverboten als harmlosen Ausdruck einheimischen Unwohlseins begrüßt.“

    Allerdings.

  2. Wer trägt in München eine Burka?

    Saudische Ölmillionärs- und Ölmilliardärs-Frauen, die als schwer-reiche Touristinnen in der Maximilianstraße flanieren und dabei Luxusgeschäfte wie Stadtkämmerer glücklich machen.

    Wallt die Burka, klingelt es im Stadtsäckel.

    Sollen sie nur in Frankreich, in der Schweiz und sonstwo die Burka verbieten – die schwarzverhüllten Scheckkartenbesitzerinnen kommen dann alle ins gastfreundliche muslimfreundliche München,

    und dank diesen quasi unsichtbaren Damen steht uns mehr Geld für Kindergärten, Fahrradwege und Stadtkultur im Haushalt zur Vergügung.

    Außerdem macht sich die Burka gut im Münchner Multikulti. Sie ist so selten – irgendwie fehlt sie meistens, ein paar mehr würden der Ästhetik unserer Fußgängerzonenbevölkerung nicht schaden.

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