Wunderschöne Bilder …

… kann man auf einem anderen blog finden – Moscheen in aller Welt, alte Aufnahmen aus Jerusalem heute, ich bin fasziniert und wollte mit meinen Lesern auch mal etwas Schönes teilen:

http://majestad.wordpress.com/

Ich will nicht so frech sein, Bilder zu klauen, daher verlinke ich den ganzen blog.

Der Ruf der Muezzins

Nachdem ja nun seit zwei Wochen die – virtuelle – Schlacht ums Minarett tobt, ein paar Worte zum Ruf des Muezzins. Es gibt kaum eine Moschee in Deutschland und wohl auch nicht in der Schweiz, wo so zum Gebet gerufen wird, dass es außerhalb der Moschee hörbar wäre, Minarett oder nicht. Es gibt die ein oder andere Moscheegemeinde, die darüber mit den jeweiligen Behörden verhandelt oder verhandelt hat, aber bis auf vereinzelte Ausnahmegenehmigungen zum Freitags- oder auch mal zum Mittagsgebet gibt es da nichts. Schön, freuen sich die Islamgegner, da sehen die „Musels“ mal, dass sie doch nicht alles durchsetzen können.

Das spricht jedoch nur für juristische Uninformiertheit der Islamgegner und die Verträglichkeit der muslimischen Gemeinden. Denn: der Ruf zum Gebet als solcher würde keinerlei Genehmigung bedürfen und könnte auch nicht verboten werden. NUR, wenn dazu eine Lautsprecheranlage verwendet werden soll, stellt sich die Frage nach einer Genehmigung. Gerade aber zur Zeit des Morgengebets ist es ja, insbesondere zur Sommerzeit, doch auch um die Moscheen noch recht ruhig. Ein guter Muezzin wäre da auch ohne elektrische Verstärkung recht weit zu hören …

Ich kenne das aus Katar – dort mag man keine Lautsprechertechnik. Bei Doppelverglasung und geschlossenen Fenstern mag man sicher weiterschlafen – aber im Sommer….

Ich schreibe das mit einem etwas fiesen Schmunzeln… wenn die wüssten …. und die Muslime nicht so kompromißsüchtig wären!

Kunduz – die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst

Ich war im September entsetzt über die Bombardierung der beiden Tankwagen und der umstehenden Menschen. Allerdings hätte ich mir damals nicht träumen lassen, dass der befehlsgebende Offizier wirklich von der VERNICHTUNG der Menschen sprechen würde – wie es sich ja nun inzwischen herausstellte.

Aber selbst die Annahme, die Tanklastzüge seien zu einer Verwendung als „Bomben“ bestimmt gewesen und hätten daher zum Schutze der Bundeswehr zerstört werden müssen, war offensichtlich falsch. Der SPIEGEL brachte gestern ein Interview mit einem der Fahrer der Tankwagen. Auszüge:

SPIEGEL ONLINE: Was verlangten die Bewaffneten?

Malek: Dass die Männer Taliban waren, war uns gleich klar. Ungewöhnlich war nur, dass sie ärmlich gekleidet waren, noch nicht mal Schuhe hatten sie an. Sie bedrohten uns und sagten sie seien so arm, deshalb wollten sie den Tanker in ihr Dorf nach Omarkhil bringen, eine Ortschaft südwestlich von Kunduz. Dort wollten sie den Treibstoff abzapfen. Sie brauchten das Benzin aus dem Tanker in ihren Dörfern, sagten sie.

SPIEGEL ONLINE: Wer waren die Menschen, die das Benzin abzapften?

Malek: Es ist schwer zu sagen, es waren ja sehr viele Menschen. Zeitweise standen 200 Personen um die beiden Trucks, jeder wollte umsonst Benzin abzapfen. Es herrschte Chaos. Bewaffnet waren vielleicht 40 oder 50, sie organisierten Reihen, in denen sich die Menschen anstellten. Die anderen sahen aus wie Dorfbewohner, allerdings hatten manche ihre Gesichter vermummt. Die Menschen waren bestimmt normale Bauern aus den Dörfern, doch viele kannten die bewaffneten Taliban, begrüßten sie mit Namen und bedankten sich für das Benzin. In diesen Dörfern ist es schwer zu sagen, wer Taliban ist und wer nicht.

SPIEGEL ONLINE: Es sollen auch hochrangige Anführer der Taliban bei den Lastern gewesen sein.

Malek: Ich habe nur Mullah Abdul Rahman gesehen, er ist ein vielleicht 35 Jahre alter Mann mit einem dunklen Bart und einem schwarzen Turban. Er tauchte einmal kurz auf, als wir in einem Dorf anhielten und dann auch am Fluss, das muss so gegen 22 Uhr gewesen sein. Die anderen Taliban sagten, er sei ihr Anführer und alle gehorchten ihm. Abdul Rahman kam mit einem grünen Ford Pick-up der afghanischen Polizei angefahren, den seine Männer bei einem Überfall erbeutet hatten, darauf waren sie sehr stolz. Was er bei den Lastern machte, konnte ich nicht sehen, doch nach zehn Minuten verschwand er wieder. Ich glaube nicht, dass er getötet worden ist.

Also war es eigentlich ein Raubüberfall von armen Menschen. Kriminell, klar. Mord an einem der Tankwagenfahrer. Aber eine Kriegshandlung, die es rechtfertigt, ohne Vorwarnung Bomben auf Zivilisten zu werfen? Wohl kaum. Was diesen Befehlshaber dazu veranlasst haben kann, entzieht sich meiner Vorstellung. Die nachträglichen Vertuschungs- und Entschuldigungsaktionen werden immer peinlicher. Vor allem, wenn sich der Eindruck aufdrängt, dass schon wegen des bevorstehenden Bundestagswahltermins die gezielte Tötung von Afghanen unter den Teppich gekehrt werden sollte.

Ich bin mal gespannt, ob das Rückgrad der FDP ausreicht, um mit der Begründung des Wahlbetrugs den Koalitionsvertrag zu kündigen und Neuwahlen zu riskieren.

Update:

Ob Guttenberg weiter zu Klein stehen kann, wird nun auch fraglich. Dieser soll die Ermittlungen massiv behindert haben – das spricht in meinen Augen für großes Schuldbewusstsein. Ich frage mich nur, was er mit diesem völlig unsinnigen Angriff wirklich erreichen wollte?