Jemen – Lügen und Terror

Durch das versuchte Attentat auf das amerikanische Flugzeug rückte nun doch der Jemen ins Blickfeld. Dieser Anschlag (?) wird sicher in den Augen vieler eine der üblichen amerikanischen Racheaktionen rechtfertigen. Oder vielleicht stellen sich zumindest manche Leute in den USA das so vor. Man ist es ja gewöhnt, die breite Masse mit halben Geschichten abzuspeisen.

Allerdings, ganz so einfach ist das in Zeiten des Internets wohl doch nicht.

Bereits am 23.12., einen Tag vor dem angeblichen Anschlag, gab es schon vereinzelt Artikel, die darauf hin wiesen, dass die USA durch Raketenbeschuss in den Konflikt im Jeman eingegriffen hätten. Resultat? Die üblichen zweifelhaften Angaben, aber vermutlich eine nicht geringe Anzahl an toten Zivilisten.

Interessant ist auch, dass der Jemen in diesem Jahr 67 Mio Dollar vom Pentagon im Rahmen des „Anti-Terrorismus-Programms“ erhielt. Auch da konnte von einem Angriff aus dem Jemen ja noch nicht die Rede sein.

Auf nemeticos politblog erschien nun ein weiterer Artikel mit zahlreichen links über diesen Konflikt. Er hat recht, es ist unglaublich, dass man uns zu verkaufen versucht, dass die dortigen Aufständischen etwas mit Al-Qaida zu tun hätten – das sind nämlich Schiiten und die sind so gar nicht Al-Qaida-freundlich. Kurz gesagt.

Die Lage in diesem Teil der arabischen Halbinsel ist recht unübersichtlich – aber so viel Unsinn sollte man doch nicht zu verkaufen suchen. Da könnte man ja glatt auf die Idee kommen, dass auch der ganze fehlgeschlagene Anschlag eine „False-Flag-Aktion“ war!

Der Guardian stellt aber schon mal eine richtige Frage:

Barack Obama’s steely vow to hunt down all those responsible for the attempted bombing of an American airliner on Christmas Day has left a crucial question unanswered: whether it was his personal order to US military forces to attack two suspected al-Qaida bases in Yemen with cruise missiles on 17 December that triggered a „revenge“ terrorist operation against the Northwest Airlines plane one week later.

According to an Associated Press report, also published on 19 December, residents of Abyan said there was no al-Qaida training camp in the area and that the air attack had destroyed homes – a collection of mud brick houses, huts and tents – in the rural tribal area. The report said a mass grave had been dug for those killed.

Obama’s actions in supporting the Yemen attacks appear to have had a bigger than expected impact. In a statement issued on Monday claiming responsibility for organising the failed bombing of Northwest Airlines flight 253, al-Qaida said the plot was specifically intended to avenge US attacks on the group in Yemen and „unjust aggression on the Arabian peninsula“.

„From here, we say to the American people: since you support your leaders and you stand behind them in killing our women and our children, rejoice for what will do you harm. We have come to you with slaughter and we have prepared for you men who love death as you love life,“ that statement said.

The US military’s support for the Yemeni operations marks a significant escalation in US involvement there and may presage a deepening intervention in coming months as Obama follows up on his vow to track down the would-be bombers. Speaking on Fox News on Sunday, Senator Joe Lieberman called for immediate, extended „pre-emptive“ military action in Yemen to counter the terror threat.

Ausländerfeindlichkeit in der Schweiz

Nein, nicht gegen Muslime oder Minarette – gegen Deutsche, vor allem gegen Akademiker. Die sind so böse und nehmen den armen Schweizern die Stellen weg und wenn sie eine Stelle haben, vergeben sie weitere Arbeitsplätze an andere Deutsche – da muss ja die SVP einschreiten!

Ich musste wirklich lachen beim Lesen dieses Artikels!

Nachtrag: Ich weiß wirklich nicht, nach welchen Gesichtspunkten beim SPON zu diversen Artikeln Foren eingerichtet werden. Meist gibt es da die zu erwartenden Diskussionen. Aber im thread zu diesem Artikel fand ich eine wirklich bemerkenswerte Aussage, die ich dann auch hier einfügen will:

 Gestern, 22:21

 

   #11 

 

 Westfalia Neuer Benutzer

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 Standard das freie Europa verkennt die Bedrohung durch die SVP


dies schreibt ein Konservativer der in der CH lebt :

wer offenen Auges durch CH und Zürich geht und den Menschen zuhört, erkennt klar die Gefahr welche die SVP für die Länder des freien Europa bedeutet : im Kleide einer bürgerlichen Volkspartei greift sie immer wieder Probleme auf, welche den CH-Bürgern unter den Nägeln brennen, und klagt Minderheiten in der CH als deren Verursacher an :
– sie verängstigt und spricht die niedrigsten Instinkte der Wähler an, dies immer unter dem Schein der Bürgernähe
– sie vergiftet speziell die Jugend in CH in einem subtilen Masse, sodass es die Jungen und Kinder als wahr und nur gerecht empfinden, Deutsche verbal und emotional zu attakieren („…von Deutschen halte dich fern…“, ..“Deutsche sind Dreck…“ etc)
– die Farben ihrer Plakate in ihren Hetzkampagnen sind rot-weiss-scharz, so wie wir es von den Nazis kennen
– die SVP ist klar eine rechtsradikale Organisation, sieh achtet nur höllisch darauf dass es nicht schriftlich und visuell nachweisbar ist, aber sie vergiftet die Menschen
– CH Finanzwelt sind ihre Financiers, Bauernvereine und bürgerliche-konservative ihr Fundament, aber ihre hintergründige INTENTION un WIRKUNG ist RECHTSRADIKAL

VORSICHT vor der SVP, sie vergiftet die CH und dann die Nachbarn. SVP muss von uns Europäern GEÄCHTET werden.

Muslime sind keine Nazis

Schlimm genug, dass man so etwas extra betonen muss, aber manche rechte und rechtsextreme Publikationen lassen einem ja kaum eine Wahl. Vor allem wird zu gerne mit dem berüchtigten Hitler-Photo hausieren gegangen, das ihn mit Amin Al-Husseini zeigt, der dann noch fälschlicher Weise als Mufti bezeichnet wird, um den Eindruck zu erwecken, er sei damals so etwas wie ein Vertreter der Muslime gewesen und habe als solcher mit den Nazis paktiert.

Leider ist sich selbst der israelische Minister Liebermann nicht zu fein, dieses Photo zu benutzen, um Kritik an Siedlungsplänen für Ost-Jerusalem in die Nazi-Ecke zu rücken. Ausgerechnet Haaretz beschreibt das nun:

Foreign Minister Avigdor Lieberman has ordered diplomats to use an old photograph of a former Palestinian religious leader meeting Adolf Hitler to counter world criticism of a Jewish building plan for East Jerusalem.

Israeli officials said on Wednesday that Lieberman told Israeli ambassadors to circulate the 1941 shot in Berlin of the Nazi leader seated next to Haj Amin al-Husseini, the late mufti or top Muslim religious leader in Jerusalem.

One official said Lieberman, an ultranationalist, hoped the photo would „embarrass“ Western countries into ceasing to demand that Israel halt the project on land owned by the mufti’s family in a predominantly Arab neighbourhood in East Jerusalem.

Ehrlich gesagt, hätte ich das in einer anderen Publikation gelesen, hätte ich das hier nicht veröffentlicht – ich hätte es einfach nicht glauben wollen.

Ein anderer blogger hat dann dankenswerter Weise auch im Hintergrund gegraben:

Haj Amin al-Husseini was sentenced to ten years in prison by the British for inciting riots in 1920, he was given amnesty by the high commissioner of Palestine, one Herbert Samuel, who then appointed him as Mufti of Jerusalem, 1921. Samuel was also responsible for creating the Supreme Muslim Council, which al-Husseini was appointed to lead in the following year. Ironically Herbert Samuel was Jewish.

The Palestinians of the time had no say in his appointment as Mufti of Jerusalem. His appointment was opposed by the Muslim High Council, regarding him as a thug. The Palestinians had no say in his appointment to the Supreme Muslim Council. They had no say in his appointment to the Arab Higher Committee. He murdered Jews and Arabs who would not comply.

The Mufti opposed increased Jewish immigration to Palestine and was responsible for the 1929 / 1936 riots against Jewish settlement. The British declared the Arab Higher Committee illegal, al-Husseini lost his Presidency of the Supreme Muslim Council and even his membership on the Waqf committee and went into exile in Syria. He never returned to Palestine.

In 1941, when he met Hitler he was no longer the Mufti of Jerusalem and no longer an official representative of the Palestinian people. The volunteer Muslim forces he controlled were not Palestinian. They didn’t operate in Palestine. // In 1945, Yugoslavia sought to indict the Mufti (*?) as a war criminal for his role in recruiting 20,000 Muslim volunteers for the SS, who participated in the killing of Jews in Croatia and Hungary. He escaped from French detention in 1946, however, and continued his fight against the Jews from Cairo and later Beirut. He died in 1974// (* he was not actually the Mufti at that time) …. by the time he returned to the M East Hitler was dead, any support tied to Hitler’s promises, was non-existent. He was refused entry into Jerusalem by King Abdullah, King Tallal and King Hussein of Jordan. He died in exile in 1974.

Ich denke, das spricht für sich. Niemals war er Vertreter von Muslimen, auch nicht von Palästinensern. In der Diskussion uns diese Person vorzuhalten, ist eine Unehrlichkeit sondersgleichen. Was Liebermann angeht, fehlen mir echt die Worte.

Nach Gaza fahren oder nicht nach Gaza fahren?

Die ägyptische Regierung hat inzwischen erlaubt, dass zwei Busse nach Gaza fahren dürfen. Einige der in Kairo aufgehaltenen 1400 Demonstranten haben sich darauf eingelassen. Damit können wohl auch ein Teil der von dieser Seite mitgeführten Hilfsgüter nach Gaza gelangen, aber es führt auch zu einer Spaltung der Angereisten, von denen einige versucht haben, die Abfahrt dieser beiden Busse zu verhindern. Kairo gibt sich alle Mühe, die ursprünglich geplante Demonstration zu verhindern, so oder so.

Im Tagesspiegel erschien ein Interview mit einer Teilnehmerin – die Presse hält sich immer noch sehr zurück, ich suche hier und dorten ….

Vorgängig wurden mehrere Hundert Menschenrechtsaktivisten an der Einreise in den Gazastreifen gehindert. Die Busse wurden gestoppt und mussten nach Kairo zurückkehren. Wie wurden Sie von den ägyptischen Polizisten behandelt?
Ich war nicht unter den Aktivisten, die versucht haben, die Grenze individuell zu erreichen, sondern bin mit einem Grossteil der Leute in Kairo geblieben. Immer wieder sind kleinere, individuelle Gruppen gestartet, von denen jedoch keine Erfolg hatte und bis nach Gaza kam. Soviel ich weiss, stehen oder standen gewisse Leute in El Arish unter Hausarrest. Grundsätzlich ist die Militär-, Polizei- und Geheimdienstpräsenz bei den Aktionen, die hier in Kairo stattfinden, sehr gross. Es wird versucht, grössere Ansammlungen von Aktivisten einzuschüchtern, gewalttätig eingegriffen wurde bisher nicht. Offiziell sind momentan Ansammlungen von mehr als 6 Personen verboten.

Wie ist die Stimmung unter den Aktivisten? Ist es friedlich, oder sind auch militante Vertreter darunter?
Ich glaube, viele Aktivisten sind momentan sehr frustriert, die Kommunikation unter so vielen Leuten ist enorm schwierig, die Interessen und der Grad an Radikalität äusserst unterschiedlich. Rund 300 Franzosen von Europalestine haben die franzäsische Botschaft besetzt, nachdem ihnen am 27. Dezember Busse versprochen wurden, was aber nicht geklappt hat.

Die Weltöffentlichkeit schweigt.

Über die Motive Mubaraks fand ich auf einem anderen blog einen Artikel:

Das mag ja sein. Allerdings, Stuart Littlewood sieht da noch andere Gründe – so ungefähr 48,76 Milliarden. Auf diese Summe belaufen sich die Zahlungen der USA an Mubarak, diesmal ohne Bedingungen, wohl, weil er im letzten Jahr so brav war. Ob er damit auch die Stahlwände bezahlt, mit denen er jetzt die Grenze dicht macht und selbst die Tunnel sperren will?

Der Verrat an Palästina wird wohl gut bezahlt.

Dazu passt auch dies:

Ägyptische Mauer an der Grenze zum Gaza-Streifen

Israels Medien zitieren die lobenden Äußerungen des ägyptischen Außenministers Ahmed Aboul Gheit, der Netanjahu bescheinigte, ernsthaft an einer Wiederaufnahme der seit über einem Jahr brachliegenden Friedensgespräche mit den Palästinensern interessiert zu sein. Ägyptens Außenminister verteidigte nach dem Treffen mit Netanjahu nach Angaben des israelischen Rundfunks die Entscheidung Kairos, an der Grenze zum Gaza-Streifen eine mehrere Kilometer lange stählerne Mauer zu errichen, die Schätzungen zufolge bis zu 30 Meter tief verlegt werden soll, um die Versorgungs- und Schmuggeltunnel in den Gaza-Streifen abzutrennen. Dies berühre die Sicherheit Ägyptens, deren Geheimnisse nicht preis gegeben werden dürften, so der ägyptische Außenminister.

Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Einer der Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen, die Ägypten nun blockieren will. ]
Die im Gaza-Streifen herrschende Hamas beschuldigte daraufhin Ägypten, sich an der israelischen Blockade des Küstenstreifens zu beteiligen. Der Vorwurf treffe zu, erklärten Teilnehmer einer von der Hamas organisieren Demonstration in Rafah im Süden des Gaza-Streifens: „Das palästinensische Volk, vor allem in Gaza, stirbt jeden Tag, lebt unter Blockade und ist abgetrennt von Nahrung und Medizin. Jede Minute stehen wir unter der Gefahr von Luftangriffen und Zerstörungen – wir leiden unter einem langen, schmutzigen Krieg. Diese Mauer, die jetzt entsteht, stranguliert uns weiter. Diese Demonstration soll der ägyptischen Regierung zeigen, dass sie nicht Partner dieser Blockade werden soll.“

Update:

Al-Jazeera wiederum meldet, das Angebot der ägyptischen Regierung, 100 Leute mit zwei Bussen nach Gaza reisen zu lassen, sei abgelehnt worden. Ich kann jetzt nicht nachprüfen, welcher Bericht stimmt, bzw. neuer ist.

March organisers had called the Egyptian government’s concession a „partial victory“ but said the offer was not sufficient.

Ali Abunimah, co-founder of the Electronic Intifada and a participant in the march, posted to his blog, saying that „it’s not enough and the pressure and protests should be kept up“.

„However, getting 100 or 1,300 into Gaza does not end the siege by itself. This is not about getting some or even all into Gaza, its building global support and pressure to end the siege of Gaza,“ he said.

Roqayah Chamseddine, a US student attending the march, told Al Jazeera: „Our mission is not to be divided and sending only 100 of over 1,300 would be doing just that.

„For anyone to claim that Egypt was doing us a favour by offering to allow 100 GFM members to go is asinine and baseless.

„Those borders must be opened and as long as Egypt continues to seemingly aid Israel in subjugating the people of Palestine we will also continue to resist an protest.“

Afghanistan-Politik der neuen Regierung

Ich höre und lese Nachrichten und wundere mich – oder auch nicht.

Der deutsche Außenminister Westerwelle kündigte gestern an, er könne sich vorstellen, die Afghanistan-Konferenz zu boykottieren, wenn dort nur über Truppen, nicht aber über ein Ende des Engagements geredet werden solle. Ob er sich das wirklich trauen würde?

Und nun lese ich in der FR, was sich unser neuer Entwicklungshilfeminister, ebenfalls FDP, eigentlich ein Gegner der Entwicklungshilfe, so vorstellt:

Künftig werde sich die deutsche Entwicklungshilfe „sehr konzentriert dort engagieren, wo wir auch militärisch Verantwortung tragen“, sagte Niebel der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich forderte der frühere Fallschirmjäger Entwicklungshelfer zur Zusammenarbeit mit der Bundeswehr auf. „Wenn einige Nichtregierungsorganisationen eine besondere Bundeswehrferne pflegen wollen, müssen sie sich andere Geldgeber suchen.“

Aha. Das werden die „Geholfenen“ sicher richtig einzuordnen wissen: nur, wer lieb und brav zu den Besatzern ist, kriegt auch Hilfe.

Die Hilfsorganisationen finden das offensichtlich auch nicht so prickelnd:

Die deutsche Welthungerhilfe wehrte sich entschieden gegen solche Bestrebungen. Entwicklungshilfe dürfe kein militärisches Instrument werden, sagte ihr Generalsekretär Wolfgang Jamann der Frankfurter Rundschau. „Entwicklungszusammenarbeit ist immer dann besonders erfolgreich, wenn sie unabhängig von militärischen Einsätzen durchgeführt wird“, stellte Jamann fest. Das habe die jahrzehntelange Arbeit der Welthungerhilfe gezeigt.

Der Chef der in Afghanistan aktiven Nichtregierungsorganisation Grünhelme und Cap-Anamur-Gründer, Rupert Neudeck, sieht in Niebels Äußerung eine Verschärfung des bisherigen Tons. Prinzipiell liege Niebel mit seiner Forderung ganz auf der Linie der Bundesregierung, die militärisches Engagement in Afghanistan stets mit ziviler Aufbauhilfe verknüpft habe.

Fatale Tendenz

„Das mit einer Drohung zu verbinden, hatte sich bislang aber noch keiner getraut“, sagte Neudeck der Frankfurter Rundschau. Die Trennung zwischen humanitärem Engagement und bewaffneten Einsätzen sei in den vergangenen Jahren schleichend aufgegeben worden. Er halte diese Tendenz für fatal, sagte Neudeck. Sie widerspreche der Genfer Konvention. Die Regierung wolle lediglich ihre „an die Wand gefahrene Afghanistan-Politik“ schönfärben, kritisierte der Friedensaktivist. Ohnehin seien bestimmt 80 Prozent der Nichtregierungsorganisationen gar nicht so unabhängig von Regierungen, wie ihre Bezeichnung das suggeriere, weil sie Regierungsgelder bezögen. Auch dies verdeutliche Niebels Aussage.

Der Entwicklungshilfeminister verkündete, dass von insgesamt 52 Millionen Euro zusätzlicher Entwicklungshilfe mehr als zehn Millionen in die Region Kundus im Norden Afghanistans fließen sollen. Dort hat die Bundeswehr ein großes Feldlager.

Ich denke, Neudeck kann sich da deutlichere Worte leisten als andere. Insgesamt aber ist diese „Zuckerbrot- und Peitsche“-Politik, nebst der kriegerischen Wortwahl des neuen Verteidigungsministers, kein gutes Zeichen. Ausbaden werden es die Afghanen – so oder so.

Gaza: Let my people go

Der Gaza-March entwickelt sich in meinen Augen an zwei Stellen zur Peinlichkeit: einerseits für die deutschsprachige Presse – heute wieder Fehlanzeige, andererseits für Ägypten. Deren Umgang mit Gaza, die angelaufene völlige Abriegelung, inklusive Sperrung aller Tunnel, ist ein Schlag ins Gesicht für die Palästinenser. Mubaraks Ängste vor einem prosperierenden Gaza-Streifen unter einer Hamas-geführten Regierung verleiten ihn zu einem Verhalten, dass an einen früheren ägyptischen Herrscher erinnert, der auch aufgefordert werden musste: Let my people go!

Dies ist der Schlußsatz des heutigen Artikels bei Al-Jazeera, aus dem sich ergibt, dass die Lastwagen des Hilfskonvois noch immer in Jordanien in der Sonne kochen.

Somit wird das Ziel, heute, am Jahrestag, um 11.35 h die Grenze nach Gaza zu passieren, wohl nicht mehr erreicht werden können. Hoffen wir, dass die Hilfsgüter trotzdem bald in Gaza ankommen. Am einfachsten wäre es allerdings, wenn Gaza endlich wieder frei wäre.

 Update: ich stelle gerade fest, dass nunmehr bei der Tagesschau das Thema angekommen ist. Das lässt ja hoffen.

„Nur für Deutsche“

Nein, nicht dieser Artikel. Sondern so – ich habe wirklich dreimal hingeguckt – überschrieb Oberst Klein am 5. September seinen Bericht über das Bombardement der beiden Tanklastzüge in Kunduz. Es würde mich ja mal interessieren, was er sich dabei gedacht hat.

Ansonsten ist das, was der SPIEGEL aus diesem Bericht entnimmt, auch nicht grade ein Ruhmesblatt ….

Er habe letztlich das Kommando gegeben, weil er nach Lage der Dinge davon habe ausgehen können, „durch den Einsatz eine Gefahr für meine anvertrauten Soldaten frühzeitig abwenden zu können und andererseits mit höchster Wahrscheinlichkeit dabei nur Feinde des Wiederaufbaus Afghanistans zu treffen“.

Nun ja.