Fragliches Kindeswohl

Immer wieder hat es Länder und Zeiten gegeben, wo sich Menschen anmaßten, zu bestimmen, wie Kinder erzogen werden sollen und sie zu diesem Zweck ihren Eltern wegnahmen.

Der Spiegel beschreibt heute ein besonders trauriges Beispiel – 7000 Kinder, die von England aus im 20. Jahrhundert nach Australien und Kanada verschleppt wurden. Angeblich, damit es ihnen besser gehe, tatsächlich viele aber zu Ausbeutung und Misshandlung.

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5535/_wir_brauchen_euch_zum_erhalt_der_weissen_rasse.html

Kanada hatte mit solchen Praktiken ja Erfahrung – bis 1970 bestanden die Internate, in denen Kinder von Inuit und Indianern zwangsweise ihre Muttersprache und -kultur aberzogen wurden. Auch in Australien hatte man diese Zwangsform von Assimiliation ausprobiert. Immer mit dem Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse – diesmal mit dem der Bessergestellten gegenüber den „sozial Minderen“.

In Deutschland gab es einiges auf diesem Gebiet an Kindeswegnahme im Dritten Reich und Zwangsadoptionen in der DDR – alles noch längst nicht aufgearbeitet.

Wenn ich dann Überlegungen mancher Blogger und Kommentatoren lese, möglichst muslimische Kinder früh in Institutionen einzugliedern, um sie entgegen ihrer Kultur und oft auch ohne ihre Muttersprache zu erziehen, fallen mir durchaus Parallelen ein. Schlimmer noch, wenn ich sehe, wie Jugendämter Kinder aus Eltern-Kind-Konflikten herausnehmen, weil sie die Kultur und Erziehung der Eltern ablehnen, Teenager damit vollends entwurzeln. Aber damit hat man dann ein assimiliertes Kind mehr, klar. Ein Kind ohne Familie, ohne Wurzeln – aber natürlich „frei“.

Keine fröhlichen Gedanken heute, an diesem ersten Tag des Pilgermonats….

 

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