Weihnachten – nein, danke.

Ein Streitpunkt in einem Forum war kürzlich, dass ich es ausdrücklich ablehne, irgendetwas mit Weihnachten zu tun zu haben oder nicht mein Möglichstes tun würde, um zu verhindern, dass muslimische Kinder daran teilnehmen. Wie gemein und intolerant von mir, nicht wahr? Aber warum stehe ich auf diesem Standpunkt?

 

Was bedeutet denn Weihnachten? Es ist ein christliches Fest, und zwar wird die Geburt von Jesus gefeiert. Gut, die meisten Christen sind sich bewusst, dass es nicht wirklich sein Geburtstag war und die Muslime erkennen Jesus als Propheten an. Nur: gerade weil die Christen sehr wohl wissen, dass es keine rechte Geburtstagsfeier ist, feiern sie eigentlich etwas anderes: die Geburt ihres „Erlösers“, den sie auch als Gott ansehen. Für Muslime ist jedoch das die größte Sünde überhaupt, neben Allah jemanden als Gott anzusehen. Wie kann ich mich also an einer Feier zu diesem Anlass beteiligen oder es meinen Kindern, für die ich verantwortlich bin, gestatten? Wie kann ich jemandem dazu gratulieren, dass er eine solche Sünde begeht? Mir dreht sich dabei der Magen um!

Ja, ich weiß, dass es sogar Gelehrte gibt, die meinen, es sei eine freundliche Geste, jemandem „schöne Weihnachten“ zu wünschen – sorry, aber ich denke, das sind vor allem die, die weit weg von Europa wohnen und es nicht verstanden haben, oder aber solche, die um der Akzeptanz willen alle möglichen Kröten schlucken und ihren Din verraten. Alleine aus der oben von mir geschilderten Logik ist erkennbar, dass das nicht gehen kann.

Aber das wirkt doch so abgrenzend, was ich hier schreibe… Sicher. Ich stehe jedoch hier und kann nicht anders. Denn maßgeblich für mein Leben ist nicht, ob irgendwelche Leute mich nett und integriert finden – maßgeblich ist, ob ich so lebe, wie es Allahs Geboten entspricht – bzw. mein Bestes tue, um so zu leben, denn jeder Mensch macht immer wieder Fehler.

Das, was ich jedoch tun kann, ist, bei der Wahrheit zu bleiben und sie nicht zu verwässern:

 

Sure 112, „Bekenntnis der Einheit“
Im Namen Gottes des allbarmherzigen Erbarmers
1. Sprich: Gott ist Einer,
2. Ein ewig reiner,
3. Hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner,
4. Und nicht ihm gleich ist einer.

6 Antworten

  1. Salam, ich denke mal, bei den meisten Christen, die an die Gottessohnschaft Christi glauben, geht es nicht darum, dass Jesus ein weiterer Gott neben dem einen Gott ist, sondern dass Gott sich in Jesus materialisiert. Nehmen wir doch einmal an, es handele sich eigentlich um theologische Semantik, und die normalen Gläubigen, Christen und Muslime, können sich auf eine überwältignde Menge an Gemeinsamkeiten verständigen, insbesondere auch die Botschaft Christi, dann können Muslime im Grunde auch an der Spitze stehen, wenn es um eine Besinnung auf den wahren Hintergrund des Weihnachtsfestes geht. Ein Anfang wäre es, Christen darüber aufzuklären, wie die Weihnachtsgeschichte (sic!) in der Sura Maryam erzählt wird.

  2. Selam,
    Du musst echt ein bisschen auf Deine Worte achten. Das Gratulieren zu Weihnachten ist gleich dem Verrat deiner Din? Das ist schon sehr hart formuliert. Das ich das anders sehe hatte ich ja damals schon gesagt.
    Wenn man ihnen gratuliert, dann heißt dass nicht, dass man die Göttlichkeit Isas anerkennen oder dass man die Christen in Ihrem Glauben unterstützen würde. Es ist nur eine Geste der Höflichkeit und nicht mehr.
    Solange ich keine Quelle dafür sehe, dass es verboten ist, ihnen zu gratulieren, denke ich, es ist Bida‘ es selbst zu haram zu erklären.

  3. Achi, weil du’s bist:
    „Moreover, no Muslim is allowed to congratulate non-Muslims on their festival celebrations. Imaam Ibn Al-Qayyim (May Allah have mercy on them) reported the consensus of all scholars that greeting non-Muslims on their religious occasions is forbidden. He (May Allah have mercy upon him) said: “As for congratulating the disbelievers for their rituals, it is forbidden according to the agreement of all scholars- like: congratulating them for their feasts and fast by expressing good wishes: happy feast or enjoy your feast… etc. If the Muslim who says this does not become a disbeliever himself, he, at least, commits a sin as this is the same as congratulating him for his belief in the trinity, which is a greater sin and much more disliked by Almighty Allaah than congratulating him for drinking alcohol or killing a soul or committing fornication or adultery…etc.”“
    http://survivorsareus.wordpress.com/2008/12/21/muslims-celebrating-christmas/
    Leider habe ich das Zitat von Ibn AlQayim nicht so schnell anderweitig gefunden, aber auf dieser Seite sind noch etliche andere brauchbare Zitate zum Thema, insbesondere, was die Begründung mit Koran und Hadith angeht. Insofern habe ich jetzt auch nicht den Ersteller der Fatwa extra überprüft, da ich den Inhalt von anderswo schon genau so kannte, ihn dir aber gerne zum Lesen komplett verlinken wollte.

  4. Danke alienabla,
    Das Zitat selbst reicht mir so eigentlich nicht. Genauso könnte ich Fatwas bringen, die sagen, dass es erlaubt wäre. Ich kann den Bezug zu Kuran’i Kerim oder Hadith noch nicht sehen. Aber ich schau mir die Seite mal an.

    Ablacim, ayip olmasin ama biraz önce „salam“ yazdigini gördüm (yani „selam“ degil „salam“). Sasirdim. Sen türksün degil mi? Jaja, ab jetzt nur noch deutsch…

  5. Esselamün aleyküm🙂
    Der Bezug zu Koran und Hadith steht im Einzelnen auf der verlinkten Seite, oglum!

  6. Ve aleyküm esselam. Tamam teyzecigim. Ich kucke mir das bald an insaAllah!

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